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Meinungspluralismus zersetzt die Gesellschaft

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Der Spiegel 3/19 hat eine interessante Schlagzeile auf seinem Titelblatt:

SCHUTZLOS Jetzt wird’s persönlich: Wie Hacker und Trolle Politik und Gesellschaft zersetzen

Dazu ein Bild des Politikers Habeck – das ist der, der so gerne die Demokratie nach Bayern und Thüringen bringen möchte und sich missverstanden fühlt und jetzt seinen Twitter-Account löschen will, weil man seine Absichten richtig interpretiert hat . Aber um den soll es heute nicht gehen.

Die Schlagzeile gibt einen guten Einblick in das Verständnis von Schrödingers Wähler.

Einerseits sind wir stolz auf die Demokratie, wo jeder wählen darf, ungeachtet seines sozialen, pekuniären oder intellektuellen Standes! Und die Meinungsfreiheit, auf die sind wir auch mächtig stolz! Aber: Jedes Mal, wenn ein Mensch etwas Politisches äußert, das uns nicht gefällt, machen wir uns sofort vor Angst in die Hose, dass er andere Menschen mit seiner falschen Meinung anstecken könnte und demzufolge das vierte Reich vor der Tür steht. Die Meinungsfreiheit darf daher nicht „zu weit“ gehen! Heißt: Wir dürfen nur die guten Meinungen zulassen.

Schrödingers Wähler ist der freie Bürger, der wählen darf, wen er will, andererseits aber das bitte nicht soll. Der sich aus der öffentlichen und freien Diskussion seine Meinung bilden darf, aber bitte nicht die falsche. Der mündig ist, um den politischen Kurs mitzubestimmen, aber ganz schnell verführt und beeinflusst werden kann.

Welches Menschenbild haben wir denn nun von unseren Mitbürgern oder welches sollen wir haben? Ist er intelligent bzw. vernünftig genug, um wählen zu dürfen oder doch nicht? Man möchte fordern, dass hier eine Entscheidung getroffen werden möge. Andererseits wissen wir (ich jedenfalls weiß es): Politische Propaganda beinhaltet immer auch den gezielten Einsatz von Unschärfe. Oder – um ein mehr oder weniger berühmtes Zitat zu bemühen: Der Mensch ist bereit, für eine Idee zu sterben. Vorausgesetzt, die Idee ist ihm nicht ganz klar.

Wie auch immer. Der Spiegel ist der Ansicht, dass Trolle und Hacker die Gesellschaft zersetzen. Der Spiegel steht mit dieser und ähnlichen Ansichten ja nicht alleine da. In letzter Zeit hörten wir viel vom Kampf gegen Fake News. Fake News beeinflussen die Wahlen. Die politische Stimmung. Trump wurde Präsident, weil Russland sich in den Wahlkampf eingemischt hat. So was geht ja gar nicht!

Puh! Ich persönlich finde das immer etwas schwierig, zu entscheiden, was Fake News sind, und was nicht, aber ich finde es ebenso schwierig, irgendjemandem zu vertrauen, der das für mich entscheidet. Ganz ehrlich: Ich wüsste gerade niemanden, dem ich da vertrauen würde. Die Öffentlich-Rechtlichen Medien oder der Spiegel sind es schon mal gewiss nicht. Die produzieren selber Fake News ohne Ende, und das nicht erst seit Relotius. Haha!

Aber die Rechten alternativen Medien sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Da gibt es auch Fake News. Verdammt noch mal: Alle Journalisten produzieren Fake News! Manche weniger, manche mehr, und manche nichts anderes, aber kein einziger scheint in der Lage oder Willens zu sein, einen Artikel abzufassen, der nicht mindestens einen groben Fehler enthält.

Was bleibt, ist auf die Mündigkeit des Bürgers zu setzen, auf dass der die täglich auf ihn einprasselnde Propaganda filtere und nach Kriterien der Vernunft beurteilen möge. Da sieht es im Moment ja äußerst finster aus, wie ich finde. Der durchschnittliche Normalbürger ist verhetzt, verdummt und betet die Parolen aus seinem politischen Lager nach, ohne sie zu reflektieren. Ich würde mich sogar zu der Aussage versteigen, dass der Deutsche Duchschnittsbürger im Moment nicht in der Lage ist, seine demokratischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen. Aber auch darum soll es heute nicht gehen.

Noch mal zurück zur Spiegelschlagzeile. Was lese ich aus ihr heraus? Dazu muss man wissen, wie ich die Medienlandschaft derzeit sehe, und ich sehe den klaren Trend zur Einheitsmeinung. Wie in der DDR. Die Partei gibt vor, was richtig ist, und wer das anders sieht, der ist ein Schädling. Ein Zersetzer der Gesellschaft.

Dass es Leute gibt, die irgendwas anders sehen, ist aber normal, und zwar in jeder Gesellschaft. Und wie die Weltgeschichte zeigte, kommt es gar nicht mal so selten vor, dass eine Minderheit oder gar ein Einzelner gegen die große Mehrheit und das etablierte Denken Recht behält. Deswegen ist Meinungspluralismus auch ein anerkanntes und erstrebenswertes Modell der Aufklärung. Jeder soll sagen können, was er denkt, und auf dem Marktplatz der Ideen setzt sich früher oder später das Gute und Richtige durch.

Ich weiß nicht, ob das wirklich immer so läuft, aber wir waren uns eigentlich mal einig, dass das eine wichtige Säule der Demokratie ist. Ohne Meinungspluralismus hat man keine echte Demokratie. Wie auch immer man das, was man dann hat, nennen will, es ist irgendwas DDR-artiges, mieses, schreckliches.

Also, ich lese heraus, dass der Spiegel gegen demokratische Spielregeln ist, denn diese ganzen Trolle und Hacker tun eigentlich nichts anderes, als neben der Einheitsmeinung auch andere Meinungen ins Spiel zu bringen. Dass die nicht automatisch richtig sind, ja, sogar oft genug Fake News, will ich ja gar nicht bestreiten. Aber genau das muss eine Demokratie aushalten. Genau daran muss sie wachsen und ihre Mitglieder sensibilisieren. Menschen müssen lernen, zu misstrauen. Nicht jeden Scheiß zu glauben, nur weil es gerade gut ins Weltbild passt. Klingt selbstverständlich, aber das ist es überhaupt nicht! Dahin gelangt man nur durch jahrelange Erfahrung, und etwas Anleitung dabei ist äußerst hilfreich.

Lieber Leser: Demokratie bedeutet, du darfst mitbestimmen, wie die Politik läuft. Sie bedeutet letztlich auch, du SOLLST mitbestimmen, sonst gehen dir deine Privilegien irgendwann flöten. Du trägst Verantwortung, o ja! Und ich weiß, Verantwortung wiegt schwer und macht Arbeit. Wenn dir das zu viel ist, und du lieber jemanden willst, dem du vertrauen kannst und der alles für dich regelt und für dich denkt, werde ich dich nicht verurteilen, aber dann brauchst du keine Demokratie, sondern einen König, einen Führer oder ein EU-Parlament. Die entscheiden dann für dich, und du musst dich um nichts kümmern und hast deine Ruhe. Aber dann darfst du auch nicht jammern, wenn sie eines Tages KOMISCHE Sachen machen, mit denen du überhaupt nicht einverstanden bist.

Freu dich, so lange es Trolle und Hacker gibt, die Löcher in den großen Vorhang stechen, mit dem man dir eine ganz bestimmte Weltsicht ohne Widersprüche vorgaukeln will! Sei ihnen dankbar! Und höre nicht auf Warner, die vor einer „Zersetzung“ warnen. Die wollen einfach nur nicht, dass ihnen jemand reinredet; sie wollen nicht, dass da noch andere Götter neben ihnen verehrt werden. Sie wollen allein bestimmen, was richtig und falsch ist und was du zu hören bekommst.

Sei den Trollen dankbar, Mensch!

 

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Keine Lust mehr, über Islam zu reden

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Ich habe mich seit geraumer Zeit aus den ganzen Diskussionsforen, wo über den Islam gesprochen wird, zurückgezogen. Für mich ist da alles gesagt, und das Thema beginnt mich zu nerven.

Das Hauptproblem im Land ist nicht der Islam, es sind unsere Politiker und die Medien und das hoffnungslos ideologisch verhetzte deutsche Volk. Wobei ich bei letztgenannten nicht genau sagen kann, was zuerst da war, das Ei oder das Huhn. Die drei Institutionen verstärken sich gegenseitig. Die Medien verhetzen die Menschen, die verhetzten wählen die etablierten Parteien, die Parteien beeinflussen die Medien und werden wiederum von ihnen beeinflusst.

Es gibt eine Reihe von Wahnsystemen, die sich hier etabliert haben. Den Klimawahn, den Genderwahn, den Toleranzwahn, den Rassistenwahn, und noch viele mehr, und es ist hier vielleicht nicht ganz verkehrt, von einer neuen Religion zu sprechen, sind diese Wahnsysteme doch organisiert, werden staatlich gefördert und bieten für die Schuld und Sünde, die sie einem täglich einreden, auch gleich passend Ablass und Erlösung an. Feindbilder dürfen auch nicht fehlen, die Hexen und Ketzer heißen heute „Rechte“, gemeint ist aber dasselbe.

Über diese neue Religion muss vermehrt geredet werden, denke ich mir, weniger über den Islam. Der Islam nimmt lediglich die Rolle eines harmlosen Krankheitserregers ein, ein Schnupfenvirus vielleicht oder noch harmloser – nur hat der Patient leider gerade AIDS, und so ist der Schnupfen am Ende dann doch gefährlich. Aber wir müssen vorrangig doch das AIDS heilen, nicht den Schnupfen!

Jaja, Biologismen sind voll nazi, ich weiß. Aber irgendwie weiß ich echt nicht, wie ich sonst noch kommunizieren soll mit den Leuten; wie ich ihnen meine Gedanken begreiflich machen soll, wenn nicht durch Beispiele, die sie vielleicht gerade noch ansatzweise verstehen.

Aber sie verstehen auch so nicht. Bzw. es sind so unendlich viele, wo die Aufklärung noch gar nicht angefangen hat. Denen man erst mal erklären muss, warum die neuen Wahnsysteme einfach falsch sind, und dass wir von Medien und Politikern ohne Maß belogen werden.

Und dann finde ich mich dann doch wieder in der Position, den Leuten erst mal den Islam erklären zu müssen. Weil diese Religion einfach das immer noch nachvollziehbarste Beispiel ist, warum Realität und TV-Wirklichkeit Lichtjahre auseinanderklaffen; das beste Beispiel, wo das Problem von Toleranz und Islamistenimport liegt, das überall verharmlost bis evangelisiert wird.

Natürlich, die Leute mögen es nicht, wenn man ihnen ihr Evangelium wegnehmen will. Und da hilft auch Logik nicht viel, denn in der Beziehung funktionieren die wenigsten Menschen logisch, auch wenn sie das von sich selbst denken mögen. Religiöse Menschen denken immer von sich, sie seien logisch. Denken immer, ihre Religion sei logisch. Zeigt man Widersprüche auf, versickern die im Nirwana.

Aber im Moment habe ich leider wenig Alternativen zu Logik und Vernunft anzubieten.

Die Zufriedenheitsblase und Eric Hoffer

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Der folgende Text entstammt Facebook. Der erste Block ist die Selbstreflexion eines Freundes, der zweite meine Antwort darauf.

Der Freund schrieb also:

Ein für seine kritischen Essays bekannter Facebook-Freund hat sich heute, Weihnachten 2018, aus der politischen Debatte zurückgezogen, mit einem langen Text unter der Überschrift „Deutschland ist nicht mehr zu retten.“

29 Jahre alt ist er. Ich werde 59 im bald anbrechenden Jahr und bin beinahe froh darüber, denn zuweilen kommt mir derselbe Gedanke wie ihm. Was soll’s noch, was machen wir hier? Die Massenträgheit wird gewinnen; die Merkels, ihre Klone und ihr „Wir sind mehr“-Gefolge nebst medialer Relotierung werden weiter die Richtung des Stromes der Lemminge bestimmen, weit überwiegend im Bewusstsein, das Richtige zu tun.

Ein paar Stunden vergehen und mich drückt der Aluhut. Der Deutschlandfunk füllt den Vormittag mit Klimawandel und Plastikjazz, die Sonne scheint, der Müll wird pünktlich abgeholt, nichts riecht nach Untergang. Life is good. Bin ich im Netz in einer Apokalyptiker-Sekte gelandet, die die Bodenhaftung verloren hat?

Dann wieder wühle ich in gesammelten Daten. Deutsche Nettosteuerzahler (16 von 82 Millionen), Umgang mit der Autoindustrie, Bildungsmisere, Zuwanderung, Geschlechterverteilung in der Alterskohorte 18 bis 25, Kriminalstatistik, Haltung der Muslime zur Scharia, Bevölkerungsdruck Afrikas. Zahlen, Zahlen, Zahlen. Sie habe ich nicht von Deutschlandfunk, ARD und „Zeit“; meine „Sekte“ gräbt sie aus, ich prüfe ihre Quellen, sie stimmen. Währenddessen erzählen die Leitmedien „Geschichten“ voller anrührender Anekdoten, aber ohne Zahlen. Natürlich, das funktioniert besser, spricht die Mehrheit an. „Wir sind mehr.“

Stimmt. Ihr seid mehr. Eine solche Bewegung im Gleichklang von Regierung, Medien und selbst Comedy gegen eine „feindliche“ Minderheit wie in den letzten drei Jahren habe ich noch nie erlebt; aus der Literatur kenne ich sie nur aus dem dritten Reich. Und nun zitiert Johannes Sack aus „The True Believer“ (1951) von Eric Hoffer; ich erlaube mir, zwei Absätze daraus zu übersetzen.

„Eine anschwellende Massenbewegung gewinnt ihre Anhänger nicht durch ihre Lehrmeinung und ihre Versprechen, sondern durch die Zuflucht, die sie gewährt vor Ängsten, Öde und Bedeutungslosigkeit der individuellen Existenz.

Alle wirksamen Massenbewegungen versuchen, zwischen ihren Gläubigen und der Wirklichkeit der Welt einen faktendichten Schirm zu errichten. Sie behaupten, dass ihre Doktrin die unanfechtbare Wahrheit verkörpert und außerhalb ihrer keine Gewissheiten existieren.“

Ängste und Bedeutungslosigkeit der individuellen Existenz.

Auf Facebook bewege ich mich in zwei „Blasen“, der konservativ-unkenden und einer progressiv-kulturlinken, für die ohne Trump und AfD die Welt in Ordnung wäre. Konstatieren kann ich, dass es in der Letzteren viel (viel!) mehr um das geht, wofür Facebook geschaffen wurde, nämlich die sogenannte Statusmeldung, die Kundgabe persönlicher Befindlichkeiten, einschließlich Fotos dessen, was man gerade zu verzehren gedenkt. Nachrichten aus der Sphäre der individuellen Existenz. Nun gut, vielleicht hat der Essen-Post ja wirklich Bedeutung, nichts mit Öde zu tun, nichts mit dem faktendichten Schirm… und ich habe doch den Aluhut auf. Eigentlich wäre das schön.

Hier meine Antwort darauf:

Du hast ein wunderbares Stück Selbstreflexion hier abgeliefert! Die verschiedenen Blasen kenne ich auch, und deine Beobachtung, dass die linkszufriedene Blase mehr an Banalitäten interessiert ist, wie z.B. das Essen, teile ich. Eventuell noch ergänzt um Katzenvideos.

Solche Reflexionen habe ich auch immer wieder. Und ich komme leider immer wieder zum Schluss, dass die konservativ Unkenden mehr Recht haben als die zufriedene Masse.

Wieso ich die Unkenden übernommen habe aber nicht die „Linksprogressiven“ und stattdessen von Zufriedenen schreibe? Weil ja eben diese Zufriedenheit und das Oberflächlich-Unpolitische das Kennzeichen der anderen Blase ist, in der wir uns bewegen. Es ist eigentlich die Blase der Mitte.

Die Linke Blase gibt es auch, die ist das Spiegelbild der Rechten, da ist man auch unzufrieden mit dem Status Quo, aber mit ganz anderen Dingen als wir, da kriegen die Nazis nicht genug aufs Maul, Bomber Harris wird beschworen, es werden nicht genug Leute vom Mittelmeer gerettet, es werden die Frau und der Muslim unerträglich diskriminiert und der Sozialstaat muss auch dringend umverteilt werden, und der Verbrennungsmotor ist das Werk Satans. In dieser Blase können solche wie wir uns gar nicht aufhalten, weil binnen weniger Stunden unsere geistige Gesundheit gefährdet wäre. Da wirst du solche reflexiven Texte auch nicht finden, und falls doch, wird der Poster von seinen Genossen in der Luft zerrissen werden.

Links und Rechts sind die eigentlichen politischen Konkurrenten, die Mitte ist eine träge aber letztlich formbare Masse ohne eigene Richtung.

„The True Believer“ von Eric Hoffer ist auf den ersten Blick eine wunderbare Erklärung für die Massenphänomene, aber es ist nur eine Teilerklärung. Ein kleiner Splitter. Denn auch die Linken sind durchaus alarmistisch und bringen unangenehme Botschaften: Erst stirbt der Wald, dann das Klima, die Menschen verhungern, überall Krieg und Mobbing, und ihre Verordnungen, die der Rettung der Welt dienen, tun durchaus jedem einzelnen sehr sehr weh. Man muss dabei auch berücksichtigen, dass das deutsche Volk extrem duldsam ist und nicht wie die Franzosen eine geplante Umweltsteuer zum Anlass nimmt, Bürgerkrieg zu spielen, auch wenn das oft nicht ganz unangemessen wäre.

Wenn man der unkritischen trägen Masse lange und intensiv genug via Propaganda einhämmert, dass etwas richtig ist, dann glauben sie es. Zur Propaganda gehört, sich selbst zu den Guten zu stilisieren und Abweichler existenziell abzustrafen, damit Kritiker den Mund halten. Das machen sie alle. Religionen, Nazis, Sozialisten, Grüne.

Und es tritt dann irgendwann auch das Phänomen zutage, dass die Indoktrinierten die Propaganda und die Ausgrenzung Andersdenkender von ganz alleine und ohne Zwang (und vielleicht mit einer Prise sadistischer Bosheit) weiterführen.

Die große Wissenschaft wäre die, die herausanalysieren könnte, wie genau sich eine solche Bewegung überhaupt etabliert und wie sie wieder verschwindet. Im Falle der christlichen Kirche in Westeuropa hat es Jahrhunderte gedauert, bis ihre Macht und ihre Lehren im 20. Jahrhundert endlich zu bröcken begannen und dann in recht kurzer Zeit drastisch verfielen. Meiner Theorie nach hat dieser Prozess zugleich mit dem Aufsteigen alternativer Religionen zu tun, wie sie bei den Linken zusammengefasst sind. Meiner Theorie nach brauchen Menschen immer irgendetwas, woran sie glauben können. Etwas Vorfabriziertes, über das man nicht selber nachdenken muss, denn Denken tut weh. Worüber andere sich den Kopf zerbrochen haben.

Bei mehreren Angeboten sucht man sich dann halt das heraus, was am Bequemsten ist und wofür man am wenigsten tun muss.

Womit ich wieder etwas in die Nähe von Hoffers These komme, aber nicht ganz. Die Linken haben gar nicht mit Versprechungen gelockt, einem schlechten Zustand zu entkommen, denn die Menschen waren schon zufrieden gewesen. Sie lockten eher damit, nichts tun zu müssen. Dass alles so bleiben kann, und sich niemand die Hände schmutzig machen kann.

Und jeden Schritt, den sie in Richtung Abgrund tun, begründen sie damit, dass damit doch niemandem was weggenommen würde, dass doch alles halb so schlimm sei. Flüchtlinge sind nicht kriminell sondern wichtige Fachkräfte, Migrationspakte sind rechtlich gar nicht bindend, Elektroautos sind genau so gut wie Verbrennungsautos, Strom kann genauso gut aus Wind, Sonne und Wasserkraft gewonnen werden wie aus Kohle und Atom … – Ach, nichts wird sich ändern! Alles bleibt so schön wie jetzt, und wer was anderes sagt, der ist ein Unruhestifter und muss auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. O weh, zu hässlich? Na gut, wir müssen ihn ja nicht töten, es reicht völlig, ihm seine Arbeit wegzunehmen, seht ihr wie nett wir sind? Alles gut!

Tatsächlich sind Leute wie wir Unruhestifter. Wir sind die, die selber denken, und dazu gehört auch, die Konsequenzen irgendwelcher Vorgänge auf die Zukunft zu extrapolieren. Leute wie wir sahen auch schon vor der Machtergreifung 1933, dass da was übel aus dem Ruder läuft, auch wenn alles zunächst mal ganz toll war. (Bis auf dass man nicht sagen durfte, dass nicht alles toll war) So wie wir jetzt sehen, dass etwas übel aus dem Ruder läuft, obwohl doch alles ganz toll ist. Bis auf dass man nicht mehr sagen darf, dass nicht alles toll ist.

Aber es gibt nur wenige von uns, denn Denken tut weh. Wir sind wohl so was wie Mentalmasochisten. Warum gibt es uns eigentlich? Ich bilde mir ja gerne ein, dass wir die nächste Stufe der Evolution sind. Aber ich fürchte, da ist nur der Wunsch der Vater des Gedankens.

Aus der Geschichte lernen ist ein hohes Ziel. Denn es ist nicht einfach. Die Geschichte wiederholt sich zwar, aber sie tut es auch wieder nicht. Die Leute denken, dass Dinge immer wieder auf dieselbe Weise passieren, aber das tun sie nicht. Es gibt nur gewisse Denkmuster, die im Wesen des Menschen liegen, die eine Konstante darstellen. Die zu erkennen, da stehen wir noch ziemlich am Anfang. Und wer endlich kapiert hat, wie die Propaganda der Nazis und der DDR funktionierte, der sieht sich heute mit ganz neuen, psychologisch tausendmal raffinierteren Formen konfrontiert. Und die kapiert er wieder nicht, Doktor der Geschichte hin oder her.

Der Graben

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Zu meiner Schulzeit waren die meisten von uns unpolitisch bzw. vertrauten darauf, dass die Regierung etc. schon alles gut machen. Das Links-Rechts-Lager ging zwischen SPD und CDU, aber es war nichts Besorgniserregendes.
 
Vereinzelt wurden wir von den Lehrern und den Medien nach links indoktriniert, in Form von Regierungskritik. Regierungskritik war grundsätzlich links, weil die Regierung immer etwas rechts war. Daran änderte sich auch nichts, wenn mal die SPD mit Regieren dran war.
 
Die Nazizeit wurde ausführlich vermittelt, aber es gab keinen „Kampf gegen Rechts“, auch wenn man es empörend fand, dass viele Altnazis sich als Beamte oder gar Politiker in die Neuzeit retten konnten. Neonazis bzw. die NPD waren skurrile Randgruppen, denen man in der Regel nie selber über den Weg lief. Die man nicht ernst nahm und die im Alltag null Bedeutung hatten.
 
Was im Fernsehen kam oder in der Zeitung stand, war die Wahrheit. Man kam gar nicht auf die Idee, dass das irgendwie anders sein könnte. Und so furchtbar viel Unterschied war auch gar nicht. Streit gab es über aus heutiger Sicht eher nichtige Sachen, und keiner wäre dafür auf die Straße gegangen.
 
In den grundlegenden Sachen herrschte eigentlich absoluter Konsens. Teilweise auch auf Desinteresse beruhend. Und selbst wenn nicht, wurde keiner wegen Politik ausgegrenzt. Ausgegrenzt vielleicht schon, aber dann wegen Klamotten, Aussehen, Behinderung, Sprachfehler, Übergewicht …
 
Die Veränderung sehe ich als schleichend, so dass ich gar nicht sagen kann, ab wann genau sie sich wie genau vollzog. Aber irgendwie bringe ich es mit dem Internet in Verbindung, denn das ermöglichte es den Leuten plötzlich untereinander sehr viel und sehr schnell zu kommunizieren, billig und vollkommen ortsunabhängig.
 
Was jetzt anders ist? Nahezu alles.
 
Die Regierung bzw. die Parteien sind ideologisch massiv nach links gerückt. Zwar haben wir noch Kapitalismus, aber die Ideologen sägen an seinem Thron. Er wird verteufelt, es werden täglich neue Gesetze und Verordnungen erlassen, die den freien Markt einschränken und der Staat wird mehr und mehr ein Paternalismus. Der Bürger ist – auch in den Augen des Bürgers selbst – unmündig und muss geleitet werden.
 
Der Paternalismus entwickelt sich weiter zum Totalitarismus. So langsam, dass die meisten es kaum bemerken, und vor allem geht die Ideologie voraus. Den Leuten wird eingeredet, dass freie Meinungsäußerung gefährlich ist, und so protestiert die Masse nicht bei seiner Einschränkung.
 
Der Linksruck hinterlässt ein Vakuum im Bereich Mitte-Rechts. Diesem Umstand entspringt die Gründung und der Erfolg der AfD. Da es aber eine noch junge Partei ist, die vom Establishment sofort massiv unter Druck gesetzt und verleumdet worden ist, verlassen zuerst die Mitte-Leute die Partei, es folgen die gemäßigt Rechten, und ich sehe die Entwicklung, dass am Ende nur noch die Hartgesottenen ausharren werden. Die sind dann aber sehr Rechts und allesamt irre. Das nennt man dann eine selbsterfüllende Prophezeiung.
 
Die Mitte der Politik ist wieder frei. Oder immer noch. Es gibt nur noch Links und Rechts. Damit ist der Riese enthauptet, um es mal poetisch auszudrücken. Es fehlt exakt das, was das Land am dringendsten bräuchte. Einen maßvollen und vernünftigen Kurs.
 
Die etablierten Medien sind weiterhin stramm links und bemühen sich um Volkserziehung, aber durch das Internet tauschen sich die Leute auch ohne sie munter aus, es bilden sich massenhaft alternative Infokanäle und Meinungsforen, und wenn mal wieder das Versagen der Staatskräfte in wichtigen Bereichen (Sicherheit, Infrastruktur, Sozialpolitik) offenkundig wird, können sich Empörungswellen unabhängig von den etablierten Medien ausbilden. Die Homogenität in den politischen Ansichten, die das Fernsehen bisher erfolgreich vermitteln konnte, ist dahin.
 
Und wenn die etablierten Medien auch noch beim Lügen, Verschweigen und Manipulieren ertappt werden – eine völlig neue Erfahrung für sie, der sie hilflos gegenüberstehen – ist der Vertrauensverlust unwiederbringlich.
 
Der Tonfall in der Auseinandersetzung wird nur deshalb nicht noch schärfer als ohnehin, weil die Zensurgesetze, (die es laut dem, wie Lieschen Müller sich das System vorstellt, eigentlich gar nicht geben dürfte), eilig angezogen werden, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Nun richtet aber ihre Existenz allerdings ebenfalls Schaden an.
 
Aus meiner Sicht haben wir im Moment ganz viele schreckliche Probleme in Deutschland. Einige sind alt, andere sind relativ neu, gelöst werden müssen sie aber alle relativ dringend, sonst sieht die Zukunft düster aus.
 
Aber es herrscht Uneinigkeit darüber, wie diese Lösungen aussehen sollen. Ja, sogar was überhaupt zu den Problemen gezählt werden muss.
 
Dieses Land ist inzwischen so tief gespalten, dass ich ehrlich gesagt, die Grundlagen für eine Demokratie nicht mehr sehe. Von solch irren Plänen wie eine EU-Regierung will ich gar nicht erst anfangen zu schreiben.
 
Was mein Vorschlag wäre? Eine Teilung des Landes entsprechend seiner ideologischen Grenzen. Die Linie könnte grob entlang der ehemals deutsch-deutschen Grenze verlaufen.

Das Wahlschaf will seine Ruhe

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Die Bundesregierung und die Parteien und auch die Medien haben die Lüge und die Propaganda zu noch nie dagewesenen Kunstformen erhoben. Und sie sind VERDAMMT erfolgreich damit. Das Volk ist ideologisiert und verhetzt. Volksverhetzt. Tatsächlich. Und keiner merkt es. Also nicht keiner, aber nur wenige.

Den wenigen, die das durchschaut haben, und die sich jetzt zu einer neuen Politik zusammenschließen wollen, gebührt alle Ehre.

Aber diese Erkenntnis ist nur die halbe Miete.

Es gilt zu erkennen, dass man damit erst mal mutterseelenallein ist! Dass die, die das durchschaut haben, eine Minderheit sind und es ihren Landsleuten, die es nicht durchschaut haben, auch nicht nahebringen können, was sie erkannt haben. Dass die Lüge Teil der Kultur ist. Teil dessen, was die Leute wollen, unterbewusst, auch wenn sie es natürlich in einer Befragung niemals zugeben würden.

Die Menschen sind einfacher zu täuschen als davon zu überzeugen, dass sie getäuscht worden sind. Der Lügner, der zuerst war, hat ein Heimspiel gegen den, der die Wahrheit sagt aber erst später dazukommt.

Niemand hier will Revolutionen. Jeder will nur seine Ruhe haben. Und für sich selbst gute Nachrichten hören. Und schlechte Nachrichten über andere. Nur keinen Ärger, nur keine Veränderung. Nur keinen LÄRM!

So ticken die Menschen. Und auch, wenn man das verachtet (ich tue das), so muss man doch, wenn man POLITIK machen will, sich den Gegebenheiten anpassen.

Andernfalls kommt man nun mal nicht weit.

Über Blutwurst und Schizophrenie

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Während sich gewisse Leute über Blutwürste erregen, geht das Morden und Vergewaltigen in den Nachrichten munter weiter.

Schizophren, gelle?

Nun, Stichwort schizophren …

Wenn man sich vor Augen führt, dass man es hier mit geistig Behinderten zu tun hat, die unsozialisierbar sind, lebenslange Pflege benötigen und von Zeit zu Zeit zu Gewaltausbrüchen neigen, wird eigentlich der Kern des Problems deutlich.

Da sind die einen, die nur den armen Behinderten sehen, den man pflegen muss, weil er doch alleine nicht zurecht kommt, und auch auf seine Gefühle acht geben muss, weil er doch so leicht verletzt werden kann. Die sehen keine Gefahr im Behinderten, er kann sich ja nicht mal selber helfen. Und auch wenn er randaliert, ist ihr Glaube, alles unter Kontrolle zu haben, und dass sich daran nie etwas ändern wird, unerschütterlich. Wenn der Behinderte mal was kaputtmacht, kann man es ersetzen, und wenn er jemanden verletzt, dann passiert das eben mal; das ist zwar schlimm, aber deswegen kann man doch jetzt nicht Behinderte schlechter behandeln, so ihr Dogma. Diese Denkweise hat Parallelen in den Besitzern schlecht erzogener Hunde und Kinder.

Da sind die anderen, denen Behinderte von Grund auf suspekt sind, die in ihnen eine Belastung und Bedrohung für die Gesellschaft sehen, und sie am liebsten euthanasieren würden.

Man kann da eine mittlere Position einnehmen und Behinderten ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen versuchen, aber dabei halt strikt darauf achten, dass von ihnen nie eine Gefahr ausgehen kann.

Ist die Situation nun die, dass die Zahl der Behinderten siebenstellig ansteigt und die Kontrolle den Pflegern entgleitet – man vielleicht auch ein gewisses Desinteresse der Pfleger an Kontrolle erkennt – erkennt der Vernünftige, nicht ideologiegeleitete, dass das eine Entwicklung ist, die man so nicht dulden darf, weil sonst die ganze Gesellschaft dem Untergang geweiht ist.

Die sich hieraus ergebenden notwendigen und unausweichlichen Maßnahmen werden von den Pflegern dann „rechts“ und „fremdenfeindlich“ genannt werden, aber sie sind weder das eine noch das andere, sie sind einfach die Manifestation von Vernunft und Überlebenswillen.

Dass solche Maßnahmen in Erwägung gezogen werden, heißt leider nicht, dass sie jemand auch umsetzt. Dazu braucht es Mehrheiten.

Gedankensplitter: Mit Schwachsinn zum politischen Erfolg

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Ich habe mich in den letzten Jahren zu fragen begonnen, ob das Geheimnis erfolgreicher Politik(er) nicht genau darin liegt, dummes Zeug zu erzählen, der aber zunächst plausibel und einleuchtend klingt – und weiter denken die meisten Wähler nicht.

Leute, die versuchen, differenzierte Gedanken zu verbreiten, langweilen die Masse, die sie nicht versteht, falls sie ihr überhaupt zuhört.

Die Rubrik “Gedankensplitter” beinhaltet Beiträge, die nur sehr kurz sind. Spontane Gedanken, die mal eben schnell notiert wurden.