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Wie realistische Entwicklungshilfe aussehen könnte

by - 25. April 2019

Der folgende Text stammt von einer Freundin, einfach mal spontan in einer Diskussion vom Stapel gelassen. Es hat mich überrascht, so etwas von ihr zu hören, und zwar sehr positiv. Ich habe ihr eine Rolle als Mitautor dieser Seite angeboten, was sie aber abgelehnt hat. Immerhin bekam ich ihre Genehmigung, ihre Worte hier zu veröffentlichen, aber ohne Namensnennung. Los gehts:

Vor allem frage ich mich bei denen, die über die Spendenbereitschaft für Notre Dame schimpfen, immer, was sie selbst eigentlich für die hungernden Menschen in der Welt tun … Rummeckern und andere, die Gutes tun, dafür zu kritisieren, ist ja viel einfacher, als es selbst besser zu machen. Vor allem vermisse ich bei sämtlichen Kritikern ein Konzept, wie man mit 800 Millionen den Hunger der Welt eindämmen könnte.

Millionen allein in ein Land zu werfen, wo Leute hungern, macht noch niemanden satt, weil man Geld nicht essen kann. Man müsste dann wenn schon ganz knallhart sein:

Braindrift aus armen Ländern wird verboten. Wer in seiner Heimat Ingenieur ist, kann nicht als Wirtschaftsflüchtling Asyl bekommen, sondern soll dort Brunnen bauen, falls es in seiner Heimat regelmäßig Dürren gibt.

Große Firmen aus Europa (z.B. Nestle & Co) die in Afrika Firmen errichten, sollten dazu gebracht werden, einen adäquaten Mindestlohn zu bezahlen, ansonsten bekommen sie keine Verkaufsgenehmigung in die EU.

Reine Lebensmittelspenden zerstören die bäuerliche Kultur – wenn die Leute Lebensmittel umsonst bekommen, kaufen sie nichts mehr beim Bauern. Und was nix kostet, wird nicht so sehr geschätzt wie das, für das man arbeiten muss. Bauern, die ihr Saatgut oder Vieh verlieren, sollten lieber zinslose Kredite mit moderater Rückzahlung bekommen, um sich neues Saatgut und neues Vieh zu kaufen, um ihren Laden wieder in Schwung zu bringen.

Wer nach Deutschland auswandern will, hat nur eine Chance, hier Aufnahme zu finden, wenn er beim Goethe-Institut vor Ort einen Deutschkurs belegt hat und nachweist, dass er über Fähigkeiten verfügt, die wir hier gebrauchen können. (Anmerkung von Fux: Da sollte noch irgendeine zusätzliche Bedingung sein, sonst führt aber wieder zu Braindrain.)

Wer hier studieren will, kann sich für ein Stipendium bewerben, mit der Maßgabe, nach Abschluss des Studiums für mindestens fünf Jahre in seine Heimat zurückzukehren, um das Land aufzubauen, falls er danach doch lieber in Deutschland bleiben will. Damit würde man Leuten, die hier evt. Familien mit Einheimischen gegründet haben, nicht verwehren, dauerhaft in D zu bleiben, aber fünf Jahre lang müssten sie zunächst in ihrer Heimat nachweisen, dass sie das hier umsonst vermittelte Wissen für ihre Landsleute einsetzen. Hinsichtlich der Arbeitsplätze müsste man überlegen, wie das geregelt wird – z.B. im Rahmen von Entwicklungshilfeprojekten, die wirklich sinnvoll sind – also eine Industrie aufzubauen, die ins Land passt.

Wer sich nicht an die Regeln hält, sondern seinen Pass wegwirft, Schlepper bezahlt und lügt, wird sobald die Lüge aufgedeckt wurde, postwendend zurückgeschickt und seine Fingerabdrücke werden hier dauerhaft gespeichert, weil er sich damit auch jeden legalen Weg verscherzt hat. Mit einer Mischung aus Strenge und wirkungsvoller Unterstützung kann man viel mehr erreichen als mit reinem Geld ohne Plan.

Ein gutes Beispiel, wie man ein komplett vernichtetes Land wieder zur führenden WIrtschaftslokomotive machen kann, bietet Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. Wären die Leute damals alle ausgewandert (was viele gern getan hätten, aber man ihnen nicht erlaubte – und gehungert wurde bis zur Währungsreform 1948 noch drei Jahre lang nach dem Krieg), wäre Deutschland noch immer in Trümmern. Aber man hielt die Leute im Land, gab aber später Kredite (Mashall-Plan – das war ein Kredit, der auch zurückgezahlt wurde, kein Geschenk, wie vielfach immer wieder behauptet wird) und förderte vernünftige Wirtschaftszweige. Man müsste schauen, was man von diesem Beispiel auf Afrika übertragen könnte. Da gäbe es bestimmt eine Menge.

Aber nur nach Geld zu jammern, ohne sich mal Gedanken darüber zu machen, wie das funktionieren soll, bringt gar nichts. Dann kann man die 800 Millionen lieber verbrennen, weil die nie bei den Hungernden ankommen oder sie maximal für ein paar Tage satt machen.

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From → Politik

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