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Forderung nach Diskriminierung

by - 16. Februar 2019

Die Kassiererin des Phantasialandes hat einen Mann reingelassen, der ein Thor-Steinar-Shirt trug. O weh! Und auf die Nachfrage eines besorgten Bürgers, bekommt der die folgende Antwort:

„Es liegt uns fern unsere Gäste aufgrund ihres Äußeren der Herkunft, sexuellen Vorlieben, religiösen oder auch politischen Ansichten einzuordnen und daher den Zutritt zu einem phantastischen Erlebnis zu verwehren.“

Also das geht ja gar nicht! Nazis ein phantastisches Erlebnis bieten! Zahlreiche Kommentare zum Thema empören sich auf der Plattform von Bento, müssen gar „kotzen“.

Erster Gedanke, als ich darüber las: Jaja, wir haben ja sonst keine Probleme.

Aber überlegen wir mal. Soll man Diskriminierung denn nun richtig finden oder nicht? Denn dass hier eine solche gefordert wird, darüber kann es kaum eine Diskussion geben.

Es wird euch überraschen, aber ich finde solche Diskriminierungen gefühlsmäßig erst mal gar nicht so verkehrt. Wenn das Gleiche mit Kopftüchern und Häkelmützen gemacht würde, wäre ich regelrecht zufrieden.

Die Frage ist natürlich, wohin führt so etwas, wo endet so etwas? Letzten Endes ist das eine komplexe Sache. Der Liberale will diese ganzen Gesetze gegen Diskriminierung streichen. Das kann aber böse nach hinten losgehen: Vielleicht ist man eines Tages selber der, der nicht bedient wird. Der Sozialist dagegen kann gar nicht genug Diskriminierungsverbote erlassen, weil ja alle Menschen gleich sind (gleich zu sein haben), ärgert sich dann aber ggf., dass „Nazis“ wie normale Menschen behandelt werden und so die Möglichkeit bekommen, die Herrschaft an sich zu reißen.

Wer hat Recht?

Letzten Endes ist es doch so, dass wir alle bestimmte Diskriminierungen als falsch und böse ablehnen, andere aber als richtig bis sogar notwendig erachten. Man muss sich irgendwann mal endlich darüber klar werden, dass man mit einer Diskriminierung eine bestimmte Weltanschauung vertritt, und da es die eigene Anschauung ist, wird man die immer richtig finden, und davon abweichende Diskriminierung immer falsch.

Die nächste Stufe, die dann nur wenige Menschen hinbekommen, ist, sich zu fragen, warum der eigene Standpunkt eigentlich besser ist als der des anderen, und ob es möglich ist, daraus eine allgemeingültige Regel zu formulieren, die „wasserdicht“ ist, also nicht missbraucht werden kann für Ziele, die man eigentlich gar nicht wollte.

Das ist schwierig. Und eine Patentlösung habe ich darauf auch nicht anzubieten. Möglicherweise gibt es die auch nicht, und das liegt schlicht und ergreifend daran, dass der Mensch an sich kein zu 100% logisch denkendes und vernunftbasiertes Wesen ist.

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From → Politik

3 Kommentare
  1. Andi Leimär permalink

    Hallo Fux,

    deshalb gibt es ja Nationalstaaten, die unterschiedliche Gesetze und Wertevorstellungen vertreten.
    Wenn sich jeder, der sich in einem Land über dessen Art der Diskriminierung oder dessen Wertesystem aufregt und dies nicht tolerieren, dulden oder gar akzeptieren kann oder will, hat die Möglichkeit dort hin zuziehen wo es ihm zusagt.

    Doch wer alles gleich machen will, wie die Roten und Grünen, der nimmt solchen Menschen den Rückzugsort. In D und bald auch ganz Europa, wird mit der immer linker werdenden Politik die Möglichkeit immer kleiner sich seine „kleine Welt“ in der man leben möchte und in der auch andere die selbe Lebenseinstellung haben, auszusuchen. Früher (vor 30 Jahren) war es wenigstens möglich seine Meinung frei zu äußern ohne sozial geächtet oder ausgegrenzt zu werden.
    Das mit dem Diskriminierungswahn nimmt echt überhand.
    Jeder Mensch hat doch bestimmt etwas an sich von dem er behaupten kann dass er in seiner Umwelt irgendwie diskriminiert wird. Ob körperliche Merkmale oder Reize welche über die Sinne (Gerüche, Geräusche, Gefühle) aufgenommen werden. Soll man jetzt für jeden und alles eine Diskriminierungskeule ausarbeiten? Soll ich als etwas kleiner geratener Mitbürger jetzt etwa fordern, dass man alle Zigarettenautomaten weiter nach unten hängen soll? Soll man die Norm der Treppenstufen verändern damit ich es leichter habe, nur damit Leute wie ich sich nicht diskriminiert fühlen könnten?
    Nein. Jeder soll schauen mit seiner Umwelt selbst klar zu kommen. Jeder hat die Möglichkeit bei politischen Meinungen sich sein Umfeld selbst auszusuchen. Wenn ich mit „Rechten“ oder „Linken“, Mit Nazis oder Antifanten nichts zu tun haben will – mein Gott, dann bleib ich denen halt fern und geselle mich zu meiner Gruppe. Was ist daran so schwer umzusetzen?
    Diese Welt ist einfach nur noch völlig gaga!

    Am besten man bleibt immer zuhause. Dann wird man nicht diskriminiert und kann auch andere nicht auf irgendeine weise diskriminieren.

  2. Citoyen Alexandre permalink

    Was für ein „Problem“ wird denn da aus dem Hut gezaubert?
    Die Sache ist doch sehr einfach!
    Es geht hier nicht um Diskriminierung, sondern um die Grenzen der Meinungsfreiheit. Diese sind gesetzlich definiert, und die Überwachung der Einhaltung der Gesetzte obliegt der staatlichen Exekutive und nicht der Kassiererin des Phantasialandes.

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  1. Kopftuchdebatte, Antidiskriminierungsgesetze | Der politische Fux

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