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Ich bin … was eigentlich?

by - 26. Juni 2017

Wenn man mich fragt, was ich selber bin, tu ich mich mit der Antwort etwas schwer. Ich hatte wie jeder andere hier eine linke Erziehung in der Schule und durch die Medien in Kindheit und Jugend, fühle mich als jemand, der sich freut, wenn es allen gut geht und mag keine Ungerechtigkeit. Ich habe mit Rassenabwertung und mit Frauenabwertung nichts am Hut, jeder Mensch soll individuell beurteilt werden nach dem, was er will und was er kann. Wer anderen nicht schadet, der soll machen, was er will. Ich bin für so wenig staatliche Einmischung in die Angelegenheiten der Gesellschaft, wie nur irgend möglich. In politischen Tests lande ich immer bei „linksliberal“. Ich glaube nicht, dass ich für meine Überzeugungen (Kultur?) in den Tod gehen könnte und will das auch von niemandem verlangen.

Und doch führen mich vernunftbasierte Überlegungen immer wieder zu Positionen, die klar rechts sind. Und wenn ich mir die Bedrohung durch die Islamisierung genau ansehe, stelle ich fest, dass ich diese Leute mit ihrer Kriegsideologie tatsächlich nicht hier haben will, nicht mal geschenkt. Nicht nur, weil ich diese Art zu leben und zu denken verabscheuungswürdig finde, sondern weil diese Leute mich und meine Freunde nicht in Ruhe lassen werden, wenn sie erst einmal die Oberhand haben. Weil diese Leute nichts und niemanden auf der Welt jemals in Ruhe lassen können, wie ein Blick ins Geschichtsbuch und die die Tagesnachrichten zeigt. Also weg mit ihnen.

Ich bin ja grundsätzlich ganz lieb. Ich will keinen foltern, keinen töten, keinen in irgendwelche Lager stecken. Ich würde sie, wenn die Möglichkeit bestünde, ihren kranken Geist zu etwas mit unseren Werten kompatiblem zu erziehen, sogar hier belassen. Aber das zu stemmen traue ich mir – der Gesellschaft – nicht zu. Diese Aufgabe ist zu groß. Es ist ein Eingeständnis. Eine Resignation. Also müssen diese Leute weg. Mit Flugzeug, Bahn oder Bus, das ist egal, aber sie müssen weg.

Doch das passiert nicht, sie strömen stattdessen in Massen weiterhin hierher. Die nachfolgenden Überlegungen führen zu Politikern als Wurzel allen Übels, und schlussendlich zu denen, die sie wählen, also ins Herz der eigenen Gesellschaft. Ich muss konstatieren, dass die Gesellschaft, in der ich lebe, also sozusagen meine eigenen „Brüder und Schwestern“, wahnsinnig sind. Nicht alle, aber doch zu einem ausreichenden Prozentsatz, um jegliche Vernunft zu unterdrücken, und zunehmend auch die Äußerung von Vernünftigem.

Was zum Geier mach ich denn jetzt? Ich sitze viel tiefer in der Scheiße als ich dachte. Wir haben Demokratie, wir haben Menschenrechte, wir haben Wohlstand, aber irgendwie ist der Selbstzerstörungsknopf gedrückt und niemand wehrt sich. Wo ist sie, die wehrhafte Demokratie?

Liegt möglicherweise in der Demokratie der Fehler? Ist in einer Gesellschaft, in der die meisten wahnsinnig geworden sind, Demokratie gar nicht die ideale Systemform?

Und von hier an werden die Gedanken dann wirklich sehr sehr rechts. Und in der Tat würde ich, wenn ich das Sagen hätte, formell sehr ähnliche Dinge tun wie Erdogan. Wenn ich meine Gegner nicht überzeugen kann, muss ich sie einsperren etc. Natürlich werden die Linken jetzt sagen: Gottseidank, dass ich nicht das Sagen habe. Und dann kommen vielleicht ein paar Hitler- und Nazivergleiche.

Nur müsst ihr das mal durch meine Augen sehen, ihr lieben Linken: Ich tue das letztlich auch für euch. Ich will, dass wir alle – auch ihr – wieder so leben können wie noch vor 10 Jahren. Ihr könnt auch gerne weiter für BGE und gegen den bösen Kapitalismus und die teufliche Kirche kämpfen. Nur euer Lieblingsspielzeug, die Muslime, die muss ich euch jetzt mal eben wegnehmen, denn ihr seid wie kleine dumme Kinder und merkt nicht, wie ihr euch selbst damit schadet, weil ihr mit eurem Spielzeug nicht vernünftig umgehen könnt.

Es gibt übrigens eine Bezeichnung für Leute wie mich. Ich bin Paternalist.

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From → Politik

2 Kommentare
  1. Gerhard permalink

    Krass. In den Absätzen 1,2,4 und fünf finde ich mich uneingeschränkt wieder. Erschreckend ist die Konsequenz. Ich versuche nun schon geraume Zeit, eine Gegenargumentation zu finden, was mir aber nicht gelingen mag.
    Tatsache ist, dass immer mehr Menschen allem Augenschein nach ihre Kritikfähigkeit verloren haben, irgendwelchen Dogmen verfallen und Parolen nachplärren. Man versucht nicht mehr, den andersdenkenden zu verstehen (Toleranz!), sonden man stigmatisiert ihn. Das passiert auf politischer Seite als auch auf religöser.
    „Der Mensch ist bereit, für jede Idee zu sterben, vorausgesetzt, dass ihm die Idee nicht ganz klar ist.“ – Gilbert Keith Chesterton
    Bekämpfen lässt sich dies ausschließlich durch Vernunft und Kritikfähigkeit. Voraussetzung dafür sind eine gewisse Basisintelligenz und Bildung. Am ersten Punkt lässt sich wenig machen, am zweiten schon. Womit wir bei der Regierung wären, der das Bildungswesen obliegt. Leider ist der kritikfähige Bürger nicht im Interesse der Regierung.
    „Leute mit Plastikhirn kann man leichter dirigieren“ – Reinhard Fendrich in „Polyäthylen“
    Muss also doch die Revolution her und der Paternalismus eines „wohlmeinenden“ Diktators?
    Das Problem ist, dass jeder, der eine Meinung hat, der Meinung ist, seine Meinung sei gut und richtig. Damit sind wir wieder bei Kritikfähigkeit und Vernunft. Teufelskreis. Da müsste unser Ditator schon SEHR selbstlos sein und rein rational denken wie ein Vulkanier.
    Was wird also passieren?
    Ich schätze, es passiert das, was immer passiert: Die Barbaren überrennen die Hochkultur, weil diese vergessen hat, dass man Kultur auch verteidigen muss. Dann entwickeln sich die Barbaren zur Hochkultur und das Spiel fängt von vorne an.
    Alles ändert sich und doch bleibt alles gleich.
    Doch halt! Es scheint es eine „Notbremse“ für dieses Wechselspiel zu geben: Der Islam ist durch Eigendefinition nicht in der Lage, sich zu entwickeln oder anzupassen. Übrig bleibt die Barbarei.

  2. Annika M. permalink

    Bravo! Auch mir kommen diese Linken vor wie Kinder, die mit dem Feuer spielen. Ohne dass sie – immerhin erwachsene Menschen, sollte man meinen – auch nur einen Gedanken daran verschwenden, dass dieses Feuer auch sie verbrennen wird.

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