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Der Wurm im Wahlsystem

by - 10. November 2016
Donald Trump hat überraschend die Wahl zum 45. Präsidenten der USA gewonnen. Wenn ihn jetzt nicht noch schnell einer erschießt – und es sind solche Wünsche im Internet im Moment tatsächlich zu lesen – wird er wohl demnächst das mächtgste Land der Erde regieren. Nicht alleine wie Louis XIV. natürlich, da gibt es ja noch den Senat und den Kongress, aber er wird seinen Stempel aufdrücken.

Natürlich haben nur die Dummen und die alten weißen Männer Trump gewählt. Wir Klugen, Jungen und Multikulti-Fans natürlich nicht. Und überhaupt: Unterm Strich hat Hillary Clinton mehr Stimmen aus der Bevölkerung bekommen als Trump, deswegen ist SIE die wahre Siegerin. Das US-Wahlsystem ist Schuld!

Es ist eine faszinierende anthropologische Studie, zu beobachten, wie plötzlich die Gutmenschen die Rolle der „besorgten Bürger“ bzw. Wutbürger übernehmen, nun da die Demokratie nicht das Ergebnis geliefert hat, das sie sich gewünscht haben. Das sie mit absoluter Sicherheit erwartet haben. Speziell die Drohung mit der Auswanderung haben viele übernommen.

Die kindlich-trotzigen Wutreaktionen unserer Regierung auf den Sieg Trumps sind besonders hochnotpeinlich. Wären diese ekelerregenden Deppen nicht ohnehin schon seit einigen Monaten endgültig untragbar, Deutschland zu regieren und zu repräsentieren, so wäre aller-allerspätestens JETZT der Moment, ihnen das Vertrauen endgültig zu entziehen. Sie beschimpfen den demnächst mächtigsten Mann der Welt, den Repräsentanten unseres wichtigesten Bündnispartners, als Rassist und Hassprediger, wollen „Bedingungen zur Zusammenarbeit“ stellen. Die leben in einer Realitätsblase, haben überhaupt gar keinen Bezug mehr zu den Problemen des Landes. Einige von ihnen sehe ich ganz ehrlich sogar in der geschlossenen Psychiatrie. Will aber keine konkreten Namen nennen, sonst freuen sich die Volljuristen über Arbeit (und Geld).

Nun, wie auch immer.

Von der Grundregel der Demokratie gesehen, dass der oder das gewinnen soll, was die meisten Stimmen kriegt, ist im US-Wahlsystem der Wurm drin, das kann man durchaus so sehen, und dieser Wurm kommt immer bei Kopf-an-Kopf-Entscheidungen zum Tragen.

Davon abgesehen, dass solche Würmer auch in den demokratischen Systemen von Deutschland und der EU existieren, aber da so lange keinen stören, solange das „richtige“ Ergebnis herauskommt, bin ich im Moment der Ansicht, dass dieser Makel uns vor einer Katastrophe bewahrt hat.

Ja, Katastrophe. Meine ich ganz im Ernst.

Vielleicht auch nicht. Die Zeit wird’s zeigen. Ich bin nicht Nostradamus, habe nicht mal den Sieg Trumps vorhergesehen. Ich kann lediglich ein bisschen Logik und Vernunft. Was mehr ist, als die meisten können, aber egal.

Die USA haben sich immer wieder als Weltpolizei, aber auch als Intrigant und Kriegstreiber betätigt, und die derzeitige Hetze gegen Russland und die Lage der durch die USA destabilisierten Islamländer, mit deren „Fachkräften“ wir nun geflutet werden, empfinde ich mehr als bedrohlich. Mit Clinton wäre dieser Kurs weitergefahren – sogar verschärft – worden. Wohin das führt, sollte sich eigentlich jeder zusammenreimen können. Eigentlich. Ja, ich weiß.

Es ist jetzt, wie es ist. Und die Zeit wird zeigen, wie es wird.

Im Moment ist meine Hoffnung dahingehend, dass unser derzeitiger Politikerabschaum (ja, Abschaum) 2017 ebenso elegant an der Urne entsorgt wird. Das Signal vom großen Bruder aus Übersee sollte da eindeutig sein. Ich weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt …

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