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Das RECHT

by - 3. Oktober 2016

Recht ist kein universelles, mystisches Etwas. Keine höhere Macht, vor deren Erhabenheit wir uns demütig verneigen müssten. Würden aber nicht viele Menschen eben das glauben, müsste ich diese Selbstverständlichkeit nicht schreiben. Möglicherweise müsste ich den ganzen Artikel nicht schreiben.

Recht ist ein kulturelles Konstrukt. Eine sehr pragmatische und banale Sache, eigentlich. Recht entsteht – einfach und brutal formuliert -, indem irgendjemand entscheidet, dass seine Mitmenschen bestimmte Abläufe des Lebens so und so zu erledigen haben und keinesfalls anders. Und dieser irgendjemand auch die Macht besitzt, alle Konkurrenten totzuschlagen oder wegzusperren, die anderer Meinung sind und ein anderes Recht durchsetzen wollen. Oder dieser Irgendjemand das Talent besitzt, seine Mitmenschen zu überzeugen, auf ihn zu hören, das geht auch. Wobei es eine interessante Frage ist, ob Drohung und Einschüchterung auch als Überzeugungsarbeit durchgehen. Nahezu immer ist es eine Mischung aus beidem, Freiwilligkeit und Zwang, und oft ist das eine vom anderen gar nicht so klar unterscheidbar.

Dieses auf diese Weise entstandene Recht nennt man Gesetz. Und es gilt zeitlich und örtlich beschränkt. Es gilt nur dort, wo es durchgesetzt wird, egal ob durch Überzeugungskraft oder Gewalt.

Recht und Gesetz gliedern sich nahezu immer in zwei Aspekte. Der eine ist, wie etwas geregelt sein soll. Der andere ist, wie man mit jemandem umgeht, der sich daran nicht hält. Stichwort: Strafe. Stichwort: Totschlagen und Wegsperren. Berauben ist auch noch eine sehr beliebte Maßnahme (Geldstrafe).

Jemand mit einer magischen oder religiösen Denkweise kann das auf die Natur übertragen und sie somit personalisieren. Eine übermenschliche Macht (Gott, die Natur, etc.) hat sich „Naturgesetze“ für uns Menschen ausgedacht, und wer seine Angelegenheiten anders regeln will, der wird übel bestraft. Obgleich amüsant, ist es doch nicht ganz korrekt, denn die Naturgesetze sind keine Gesetze, die man verletzen kann, und folglich kann auch niemand  Strafen für ihre Verletzung verhängen und es braucht auch niemanden, der diese Gesetze hütet und verteidigt. Stattdessen kann und muss man diese Naturgesetze erforschen, denn die Natur hat sie nirgends für uns aufgeschrieben. Wr müssen selbst herausfinden, wie sie lauten.

Das menschengeschaffene Recht ist nun kein Singular, es gibt Milliarden individueller Wertesysteme – jeder Mensch besitzt ein anderes – und jeder wendet es täglich in seinem Alltag und gegenüber seinen Mitmenschen an. Ganz unbewusst und ohne es niedergeschrieben oder auch nur laut ausgesprochen zu haben. Es ist nicht kodifiziert. Nur als Beispiel: Wenn ich jemanden beleidige, wird der eine mit einer Gegenbeleidigung antworten, ein anderer kündigt mir die Freundschaft oder boykottiert mich (der Kellner weigert sich, mich zu bedienen), wieder ein anderer haut mir auf die Nase, und wieder ein anderer zuckt nur mit den Schultern.

Kodifiziertes Recht, das man in Stammesregeln oder heiligen Schriften oder Gesetzbüchern oder Staatsverträgen findet, ist eine Art kleinster gemeinsamer Nenner, auf den sich Menschen, die zusammenarbeiten wollen, geeinigt haben, oder die mit Gewalt dazu gezwungen werden.  Auch von diesem Recht gibt es nicht eines, sondern so viele, wie es Gemeinschaften und Kooperationen gibt.

Die „Menschenrechte“ sind eine schon sehr alte Idee, aber eben nur eine Idee, mit der keineswegs jeder einverstanden sein muss. Dennoch hat die Geschichte gezeigt, dass es sich in Gesellschaften, die diese „Menschenrechte“ durchsetzen, angenehmer leben lässt, als in Gesellschaften, die nicht. Die augenscheinliche Allgemeingültigkeit der „Menschenrechte“ resultiert aus der banalen Tatsache, dass es sich überwiegend um den Schutz von Werten handelt, die von nahezu jedem Menschen hoch geschätzt werden, wie z.B. körperliche Unversehrtheit.

Daneben gibt es allerdings auch noch eine ganze Reihe von Dingen in der derzeit offiziellen Fassung dieser „Menschenrechte“, die typisch westlich-europäisch-säkulare Werte sind und eben NICHT universell. Zum Teil muss man sie schon fast als Modeerscheinung bezeichnen. Z.B. die Gleichberechtigung von Frauen. Diskutiert man derlei in unserem Kulturkreis, wird eine globale Allgemeingültigkeit angenommen, die es gar nicht gibt (Eurozentrismus). Es ist ein blinder Fleck bei denen, die sich nicht vorstellen können, dass dieses oder jenes „Menschenrecht“ anderen Menschen vielleicht gar nicht erstrebenswert erscheint, im Gegenteil.

[wird noch ausgebaut und ergänzt, aber nicht mehr heute]

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