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Wer nichts Falsches sagt, der hat auch nichts zu befürchten?

by - 30. Juli 2016

„Wer nichts Falsches sagt, der hat auch nichts zu befürchten!“ ist oft zu hören und zu lesen.

Das ist gar nicht mal die Vorstufe der Meinungsdiktatur, es ist schon mittendrin.

Es muss so sein, dass auch der, der Falsches sagt, nichts zu befürchten hat. Dass für seine Äußerungen NIEMAND was zu befürchten hat.

Was Richtig ist und was Falsch, ist doch gerade das, was in der Debatte debattiert wird. Wenn der, der die Macht hat, seine Ansicht von Falsch mit Strafe bedroht, dann ist er ein Diktator. Sogar dann, wenn er Recht hat, ist er das. Aber meist hat er das gar nicht, denn es ist ein relativ sicheres Kennzeichen für die argumentatorische Schwäche des eigenen Standpunktes, wenn man ihn mit Bestrafung des Andersmeinenden stützt.

Manche können einwenden, dass es ja nur um Hass geht, um Beleidigung etc., und wenn man seinen Standpunkt „sachlich“ vorträgt, man nichts zu befürchten habe.

Erstens zeigt die Praxis, dass genau das nicht stimmt. Denn wenn jemand auf der richtigen Seite steht – also die Meinung vertritt, die der vertritt, der die Macht hat – der darf hassen und beleidigen wie er will, und es passiert ihm überhaupt nichts! Während umgekehrt schon scharfe Kritik vom gegnerischen Lager als Volksverhetzung oder Beleidigung und dergleichen etikettiert und damit zum juristischen Abschuss freigegeben wird.

Zweitens ist in der Debatte oft nicht zu vermeiden, dass der Gegner beleidigt sein wird. Und das umso mehr, je näher er dem kritisierten Gegenstand steht. Kritisiert man Religionen und Ideologien, wird man das Phänomen erleben, dass die Anhänger des Kritisierten auch dann wütend werden, wenn man gar nicht sie persönlich angreift. Indirekt tut man es natürlich, weil es logisch folgt, dass wenn ich etwas für falsch oder gar lächerlich halte, ich den Anhänger des Falschen auch für irgendwie dumm halten muss.

Aber aus der Nummer kommt man nicht heraus. Außer man sagt nicht mehr, was man für falsch und lächerlich und gefährlich hält. Und eben das ist das Ziel derer, die Meinungsfreiheit eingeschränkt sehen wollen.

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From → Politik

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