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Zur Vereinbarkeit von Liberalismus und Anti-Religionsfreiheit

by - 2. Juli 2016
Alle Politik ist eine weltanschauliche Frage. Wer politisch aktiv ist, will die Zukunft der Gesellschaft in Bahnen nach seiner Vorstellung lenken. Politik ist das Entwerfen von Regeln, nach denen die Gesellschaft funktionieren soll. Gesetze sind das Ergebnis, und Gesetze sind zu einem sehr großen Teil nun mal Verbote. Nur Hardcore-Anarchisten sehen das anders.
Liberale – und ich definiere mich selbst als ein solcher – setzen auf eine weitestgehende Freiheit des Einzelnen und wollen Verbote minimieren, wo es nur geht. Aber jeder, der sich mit der komplexen Materie länger beschäftigt, kommt an seinen persönlichen „Schmerzpunkt“, wo er einsehen muss, dass man ab dieser Stelle der Freiheit eine Grenze setzen muss, weil sonst die Gesellschaft sich in eine Richtung entwickelt, die aus seiner Sicht vollkommen inakzeptabel ist.

Religion im Allgemeinen ist da natürlich ein Thema, an dem sich die Geister mehrfach scheiden, und wo ein Konsens immer nur pragmatisch, aber nie grundsätzlich möglich sein wird. Manche sehen in Religion die Wurzel allen Übels und wollen sie ausgerottet sehen wie eine Erkrankung. Manche sind religiös und wollen ihre Religion verbreitet sehen. Ihre Positionen sind unvereinbar. Der Kompromiss ist dann, wie auch immer er aussieht, ein Kompromiss.

Bestimmte Religionen wie der Islam, die erschreckende Parallelen zum Nationalsozialismus aufweisen, zwingen zu Kompromissen, die nahe beim Standpunkt vom Religionsgegner liegen, wenn nicht die ganze Gesellschaft aufgrund der massiven Umtriebe der Religiösen religiös werden soll, mit allen üblen Konsequenzen, die religiöse Gesellschaften mit sich bringen. Und da kommt man dann auch sehr sehr schnell auf Dinge, die sehr unliberal, ja sogar autorität-intolerant klingen (und eigentlich auch sind), wie eben das Streichen der Religionsfreiheit bis hin zur explititen Einschränkung der Rechte religiöser Menschen. Es ist jedoch kein Verstoß gegen die Prizipien des Liberalismus, es ist eher als ein Überlebenskampf zu sehen.

Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz. Das ist eine vielmissbrauchte Parole, die aber im Kern korrekt ist. Nur unterscheiden sich die Ansichten erheblich darin, wer mit der Intoleranz angefangen hat und wer die Toleranz langfristig zu ihrer Abschaffung missbrauchen wird, und wer auf diese Fehlentwicklung lediglich zur Rettung der Toleranz und Freiheit reagiert.
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From → Politik

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