Skip to content

Debattengrundlage Integration

by - 22. Mai 2016
Eigentlich ist die Grundsituation sehr einfach:
 
Der, der hierherkommt, möchte, dass – bis auf ein paar nervige Kleinigkeiten wie Hinrichtung und Verstümmelung für Bagatellen – alles so ist wie in seiner Heimat, die er kennt. Daraus kann man ihm keinen Vorwurf machen, das liegt in der Natur des Menschen.
 
Der, der ihn in Empfang nimmt, will, dass der Neuankömmling so ist / wird wie er selber. Und auch dem kann man daraus keinen Vorwurf machen.
 
Man findet das Phänomen übrigens nicht erst seit Neuestem in der Asyl- und Zuwanderungsproblematik, das betraf schon immer selbst kleinere Abweichungen. Es gab und gibt Gegensätze innerhalb Deutschlands. Zwischen Ost und West, Nord und Süd, zwischen Bundesländern, und im Extremfall sogar zwischen benachbarten Städten.
 
Um diesen Interessenskonflikt zwischen Zuwanderer und Einheimischer aufzulösen, gibt es viele Möglichkeiten:
 
a) Der hierherkommt, passt sich an.
 
b) Der hier ist, verzichtet auf seine Forderung der Anpassung.
 
c) Es wird ein Kompromiss geschlossen. Also ein bisschen Anpassung und ein bisschen Entgegenkommen.
 
d) Der hierherkommt, wird wieder weggeschickt.
 
e) Man lebt getrennt voneinander (Parallelgesellschaften).
 
f) Der Einheimische passt sich an / wird vertrieben.
 
Ich persönlich favorisiere c). Punkt e) ist auch nicht ganz uninteressant, aber ich halte ihn nicht für funktionsfähig bzw. auch nicht sinnvoll.
 
Eine komplette Assimilation zu fordern, halte ich für undurchsetzbar und auch für unnötig hart. Überhaupt nichts zu fordern, für blanken Irrsinn, der irgendwann in f) mündet. (Und auf dem Weg sehe ich uns gerade.)
 
Aber da hat wohl jeder seine andere Wertetabelle. Ich stoße auf die beiden Extrempositionen in meinen täglichen Diskussionen inzwischen fast schon genau so häufig wie auf die Kompromissbereitschaft. Und auch wenn man von einem Kompromiss spricht, ist damit noch lange nicht ausgesprochen, wo denn die Grenzlinien dieses Kompromisses genau verlaufen sollen.
 
Was mich etwas nervt, ist, dass so viele von uns ihre eigene subjektive Wertetabelle nicht als subjektiv erkennen können. Sie denken, ihre Wünsche seien „richtig“. So ist das aber nicht. Kein Wunsch ist richtig oder falsch, letztlich ist jeder Wunsch berechtigt.
 
Eine ganz andere Sache ist es, wenn ein Wunsch auf falschen Vorstellungen und Unkenntnis seiner Konsequenzen basiert. Jeder kennt sicher den Spruch: „Pass auf, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen!“ Da halte ich es für sinnvoll, aufzuklären, bevor es zu Entscheidungen kommt, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. In der Aufklärung sehe ich meine Funktion.
Advertisements

From → Politik

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: