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Fall Böhmermann

by - 10. April 2016

Die Diskussionen um diesen Jan Böhmermann gehen mir auf den Geist. Das ist der, der in einer Satiresendung zuerst anriss, dass man bestimmte Dinge wie z.B. Beleidigungen in Deutschland nicht sagen dürfe, um dann als Beispiel ein Schmähgedicht über Erdogan vozulesen, dass in jeder Hinsicht unter der Gürtellinie und beleidigend war.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wie auch gegen ZDF-Verantwortliche. Angela Merkel hat sich beim türkischen Despoten telefonisch entschuldigt und es wird eifrig versucht, die Sendung zu zensieren, was im Internet-Zeitalter natürlich nicht mehr möglich ist. Jeder kann es sich bei Youtube ansehen.

Irgendwelche „Experten“ meinten, der §103 StGB würde hier passen, die Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes, das sich von Ams wegen zu Besuch im Land aufhält. Mann, seid ihr blöd! Aber egal, das weiß ich sowieso. Und es ist auch nicht wichtig.

Es ist nicht der Kasus selbst oder die Details des Falles, die mich nerven, sondern die erneut überall geführte Debatte, ob man das denn dürfe. Und der breite Konsens, dass man es nicht dürfe. Meinungsäußerung und auch Satire müssen „Grenzen“ haben. DAS geht mir auf den Geist. Weil ich mit meinen Gedanken schon zwei und mehr Schritte weiter bin.

Unsere Gesellschaft, die immer noch der rückständigen Meinung ist, dass es im Bereich von Worten und Kommunikation „Grenzen“ geben müsse, will die Zensur, will die Bevormundung, will die Bestrafung „böser“ Äußerungen. Damit lässt sich keine Demokratie aufbauen (das GG kam nicht vom deutschen Volk selbst) und wie man sieht, lässt es sich auch irgendwann nicht mehr halten. Der Deutsche eignet sich mit seiner grenzenlosen Schafsmentalität besser für Staatsformen á lá DDR, Kaiserreich oder Nazismus. Es muss einer sagen, wo es langgeht. Was richtig und was falsch ist. Diese Dinge selbst zu erkennen und zu beurteilen, dazu war der gutmütige aber obrigkeitshörige und feige Deutsche schon immer zu dämlich.

Nun frisst er mit den aktuellen Entwicklungen in der Politik ein weiteres Mal die Konsequenzen und wird dennoch nichts draus lernen. Die Griechen nannten so etwas „Tragödie“.

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From → Politik

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