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Plädoyer für den Altruismus

by - 9. April 2016
Altruismus ist etwas, das überall im Reich der Lebewesen anzutreffen ist, und es bedeutet schlussendlich nicht mehr und nicht weniger die freiwillige Opferung von Vorteilen des Individuums zugunsten des Wohlergehens anderer Individuen.
 
Bei den meisten Tieren ist es einfach nur ein Programm, das im Hirn abgespielt wird, wenn es Not und Mangel gibt, damit der Staat / das Rudel / die Familie, also das genetische Kollektiv überlebt. Auf Ebene eines Individuums ist es verwandt damit, sich den eigenen Fuß abzuhacken, um aus einer Falle rauszukommen oder einer tödlichen Blutvergiftung zu entgehen. Das Kollektiv als Ganzes trennt sich von Teilen von sich, um nicht als Ganzes unterzugehen.
 
Beim Menschen als sozialem Wesen, das nicht auf das Überleben des Einzelgängers sondern der Gruppe ausgerichtet ist, gibt es diese Altruismus-Programme ebenfalls. Das Bewusstsein liefert dem Menschen dabei „Erklärungen“ für sein Verhalten, aber es sind eigentlich keine echten Erklärungen. Unser eigener Körper bzw. unser Geist gaukelt uns da was vor.
 
Wenn wir Hunger haben, essen wir, nicht nur weil es den Hunger stillt, sondern weil essen schön ist. Kein Mensch schaufelt bewusst Nahrung in sich hinein, damit er seine Kraft erhält bzw. lebt. aber das und nichts anderes ist der Sinn von Essen.
 
Sex ist eine ganz tolle Sache, jeder will es tun. Aber auch nicht, um Nachkommen zu zeugen, sondern weil es geil ist. Aber Nachkommenschaft ist der Sinn von Sex.
 
Und so springen auch immer wieder Alturismus-Programme im menschlichen Gehirn an, und überlagern die Programme, die für die Erhaltung des Individuums sorgen. Man muss nicht gleich sein Leben geben. Bereits die Münze für den Bettler ist nichts anderes als genau das. Das gute Gefühl, das man dabei empfindet, ist die Belohnung und zugleich der Motivator, die die Natur dafür ersonnen hat.
 
Ein Soziopath (Psychopath) definiert sich ganz exakt dadurch, dass bei ihm diese Altruismus-Programme im Hirn nur gering bis gar nicht vorhanden sind. Auf gut Deutsch: Er schert sich um das Wohlergehen anderer Menschen einen Scheißdreck. Einzelne Soziopathen sind deswegen in einer Gesellschaft etwas erfolgreicher als normale Menschen, aber soziopathische Gesellschaften funktionieren im Gesamtbild nicht und werden von der Evolution wieder ausgesiebt.
 
Altruismus ist eine Sache, die für das Überleben der menschlichen Gesellschaft unabdingar ist. Die meisten mir bekannten philosophischen und wirtschaftstheoretischen Modelle berücksichtigen das aber nicht. Sie gehen vom Individuum als Egoisten (also Soziopathen) aus und überlegen, wie eine Gesellschaft aus lauter Egoisten funktioneren könnte. Diese Modelle müssen letztlich alle scheitern.
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From → Philosophie

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