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Islam durch Vergleich mit dem Christentum verharmlosen

by - 26. Dezember 2015

Ja, in der Bibel gibt es auch gewalttätige Passagen. Ja, die Kirche hat sich in der Vergangenheit oft ziemlich danebenbenommen. Ja, es gibt unerträgliche christliche Fundamentalisten. Es gab christlich abgesegnete oder gar motivierte Kriege.

Das sind aber alles keine echten Argumente, wenn es um das Thema Islam geht.

Der Whataboutism mit dem Christentum ist letztlich nur eine hilflose Flucht, wenn einem die richtigen Argumente ausgehen. Es wird davon ausgegangen, dass der Diskussionsgegner Christ ist oder an christliche Werte glaubt und versucht so, ihn des Messens mit zweierlei Maß zu überführen.

Das klappt oft auch, weil sich viele moderne Menschen nicht dessen bewusst sind, dass ihre modernen Grundwerte bezüglich Aufklärung, Menschenrechten, Demokratie, Trennung von Staat und Religion gar nicht christlichen Ursprungs sind. Die vergessen haben, dass die Aufklärung einen über 200 Jahre währenden Kampf gegen die Kirche geführt und am Ende gewonnen hat. Dem Christentum sind die Zähne gezogen worden, seine Untaten wurden bloßgelegt, seine Privilegien größtenteils einkassiert, Massenaustritte sind an der Tagesordnung. Ein paar gesetzliche Sonderregelungen gibt es noch, und ich bin sicher, die wären in den kommenden Jahren auch noch abgeschafft worden.

Viele Menschen, die nicht gläubig sind, aber aus einem christlichen Kulturhintergrund stammen, denken, das Christentum bestehe im Wesentlichen aus Nächstenliebe, Mildtätigkeit, Frieden. Die Bibel kennen sie nicht, bestenfalls die 10 Gebote, und die begreifen sie nicht.

Dass es solche Leute auch in muslimischer Version gibt, dürfte eine klare Sache sein.

Die Konsequenz ist jedoch NICHT, dass man deswegen den Islam in Ruhe lassen soll, sondern die, dass man auch das Christentum, das im Moment wie ein geprügelter Hund auf dem Boden liegt, nie wieder zur alten Stärke aufstehen lassen darf.

Davon abgesehen ist es ein ganz grundsätzlicher Denkfehler, den scharfen und angriffbereiten Dobermann mit dem auf dem Boden liegenden zahnlosen Dobermann zu vergleichen, und zu sagen: „Guck mal, das ist genauso ein gefährlicher Hund, und vor dem hast du doch auch keine Angst.“

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From → Religion

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