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Aber-Nazis

by - 26. November 2015

„Ich bin kein rassist, aber …“
„Ich bin kein nazi, aber …“

Es hat sich inzwischen im Kreise der Hexenjäger etabliert, dass wer einen Satz so anfängt, bewiesen hat, dass er eben genau das sei, was er bestreitet, denn bekanntermaßen kommt das Wesentliche hinter dem Aber und das Vorangehende wird abrogiert. Menschen, die ihren Satz so beginnen, werden Aber-Nazis genannt.

Dass viele Leute heutzutage diese Präambel vor ihre Aussagen zum politischen Tagesthema stellen, liegt aber nur daran, dass ihr Standpunkt von der herrschenden Meinung mit den Etiketten „Rassismus“ und „Rechts“ verteufelt wurde und sie damit nicht einverstanden sind und sich von der Anklage reinwaschen wollen.

Das funktioniert allerdings nicht. Allein schon deswegen nicht, weil eben genau das, was nach dem Aber kommt, längst unter den Rassismus/Nazi-Generalverdacht gestellt wurde. Es ist daher Jacke wie Hose, ob man diese Aber-Präambel benutzt oder nicht, man kommt aus der Nummer nicht raus. Es ist nicht vorgesehen und gewünscht, aus der Nummer rauszukommen.

Ich empfehle dennoch jedem explizit, auf diese Präambel zu verzichten, denn sie ist ein Zeichen der UNTERWERFUNG. Ein Zeichen, dass man innerlich die Spielregel akzeptiert hat, dass das, was man zu sagen hat, irgendwie rassistisch oder nazihaft wäre oder zumindest so verstanden werden könnte. Ich empfinde das als unwürdig und widerwärtig, also sehe ich zu, dass mir dieser Ausdruck niemals über die Lippen oder die Tastatur kommt. Ich muss niemandem erklären, dass ich kein Rassist bin, wenn ich nichts Rassistisches zu sagen habe. Ich muss niemandem erklären, dass ich kein Nazi bin, wenn ich nichts Faschistisches zu sagen habe.

Ich gehe, wenn es Sinn und Logik zulassen, sogar so weit, die Präambel in einer abgewandelten Weise zu nutzen, um Vorwurf und Anklage auf meine Ankläger zurückzuschleudern:

„Ich bin kein Nazi, UND DESHALB lehne ich den Islam ab.“ (Mit seinem Hass, seiner Gewaltverherrlichung, seinem Weltherrschaftsanspruch und seinem unerträglichen Antisemitismus)

„Ich bin kein Rassist, UND DESHALB lehne ich Privilegien für Straftäter mit Migrationshintergund ab.“

Als Fußnote sei angemerkt, dass das natürlich nicht funktioniert, wenn jemand tatsächlich faschistisches bzw. rassistisches Gedankengut von sich gibt. Dann macht er sich damit nur lächerlich.

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