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Asylkritiker sind empathielose Arschlöcher

by - 24. August 2015

Extra 3 hat unter der Anmerkung „betr. Heidenau“ einen neuen „Witz“ veröffentlicht. Es ist ein Bild, sieht aus wie ein Lexikoneintrag aus einer Enzyklopädie, und darin steht dann dieses:

Asylkritiker [a’zy:l’kri:tiker], beschönigend für empathielose Arschlöcher oder auch Rassisten, treten meist in marodierenden Horden auf, dem Alkohol zugeneigt, leiden oft an chronischer Rechtschreibschwäche, halten sich selbst fälschlicherweise für besorgte Bürger.

Zum Hintergrund (für die, die dies vielleicht erst Jahre später lesen werden): In Heidenau in Sachsen gab es Krawalle. Da sind Menschen gegen das dortige Asylantenheim auf die Straße gegangen und die Sache eskalierte, und zum Schluss kämpften sie gegen Polizisten unter dem Jubel hunderter Zuschauer. Und das alles vor jenem Asylantenheim. Zweifelsohne eine sehr unschöne Angelegenheit.

Ich fühle mich gerade sehr daran erinnert, was ich schon mal in älteren Artikeln schrieb.

Zu den Ausschreitungen siehe „Die Regierung will, dass wir zu Nazis werden„. – Da äußerte ich den Verdacht, dass irgendjemand ganz oben diese Entwicklungen genau so haben will, wie sie jetzt ablaufen.

Zu diesem obigen Witz siehe „Meinungsterrorismus„. Da beschrieb ich das Ineinentopfwerfen aller Äußerungen von Andersdenkenden mit echten Krawallmachendern und (zum Teil fiktiven) Terroristen.

Es wird daher vielleicht überraschen, dass ich diesmal weniger „die da oben“ kritisiere, als vielmehr diese Krawallmacher und ihre Unterstützer. Ich bin nämlich wütend über so viel Blödheit.

Das Volk ist selber schuld an der Misere, wenn es nicht nach Franzosenart LKW-Ladungen voller Gülle in Berlin vor den Bundestag kippt, und stattdessen vor den Asylantenheimen versucht, sich bedrohlich aufzubauen. Nicht die Asylanten sind unsere Feinde, das sind zum Teil arme Schweine, die wollen nur ein besseres Leben und sind lediglich der Einladung unserer Regierung gefolgt, hier gut versorgt zu werden. Lasst sie doch um Himmels Willen in Ruhe! Unsere Feinde sitzen in Berlin und Brüssel. Ja, Feinde. Oder nennen wir sie doch gleich Verbrecher, um sich ihrer eigenen zunehmend pompösen Sprache zu bedienen.

Die Verbrecher sind in der Regierung und müssen DORT bekämpft werden, und wer das nicht kapiert, der hat diesen Witz von Extra 3 und noch viel Schlimmeres leider verdient.

Es gab mal einen transsexuellen Bürgermeister, der nach seinem Coming out vom Dorf als Bürgermeister abgewählt wurde. Ist kein gutes Beispiel, weil ich diese Homophobie damals wie heute schrecklich fand, aber ein besseres Beispiel für die reale Macht der Basisdemokratie gibt es ja leider nirgends. Wenn es darum geht, Scheiße zu machen, da haben einige Leute die notwendige Initiative und Courage – aber dass mal jemand in den Städten auf die Idee käme, den Stadtrat abzuwählen, demokratisch einen neuen zu installieren und sich dann der Politik von oben zu verweigern – darauf kommt ja keiner.

Warum nicht? Was läuft hier falsch? Warum gibt es immer nur solche verrückten Mobster, die das Klischee des Nazideutschen bedienen, ohne irgendeine Veränderung auch nur ansatzweise zu bewirken, aber keine Leute, die den legalen und auch einzig effektiven Weg beschreiten?

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