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Meinungsterrorismus

by - 8. August 2015

Wir erleben in diesen Zeiten wieder einmal einen Krieg der Worte.

DPA (Deutsche Presse-Agentur) meldet: Sie wird Proteste gegen Flüchtlinge künftig nicht mehr die Begriffe „Asylgegner“ oder „Asylkritiker“ verwenden, sondern „Fremdenfeindlichkeit“.

Sascha Lobo fordert auf Spiegel-Online: „Nennt sie endlich Terroristen!“ Damit meint er Leute, die Flüchtlingsheime anzünden, schreibt im Artikel aber überwiegend von Menschen, die sich im Internet über Ausländer und Asylanten auslassen.

Sibylle Berg schreibt auf Spiegel-Online: „Gegen Ausländerfeinde helfen keine Artikel mehr.“ und „Möglicherweise ist die Demokratie an einem Endpunkt angelangt.“

Eigentlich war „Asylgegner“ bisher schon kein glücklicher Begriff, da die meisten Menschen gar nicht gegen das Asylrecht protestieren, sondern gegen seinen Missbrauch bzw. die ungelösten Probleme, die sich mit der plötzlichen und massenhaften Aufnahme von Leuten aus fernen Ländern mit anderer Kultur ergeben. Offenbar scheint jemandem der Begriff „Asylgegner“ hingegen noch nicht bösartig genug zu sein. Die Rassismuskeule wird ausgepackt.

Gegen die Bezeichnung „Terroristen“ für Leute, die ihre Meinung im Internet schreiben, ist das aber ein noch sehr zahmer Vorgang. Diese geäußerten Meinungen mögen zum Teil extrem hässlich und beunruhigend sein, aber ein Terrorist ist man deswegen nicht. Außerdem wird kein Unterschied gemacht zwischen tatsächlich rassistischen und gewaltverherrlichenden Äußerungen und differenzierten Meinungen. Alles in einen Topf und mit dem Terrorismus-Etikett beklebt.

Wirklich beunruhigend ist aber dann, wenn ein Mainstream-Medium sich über einen Mitarbeiter die Ansicht zu eigen macht, dass Meinungsaustausch nicht mehr hilft und die Demokratie am Ende ist. Da ist jemand also für die Entmündigung des Volkes, wenn es seiner weisen Führung aus Politikern, Journalisten und Intellektuellen nicht mehr folgen will.

Es heißt, wenn Regierungen ihre Macht bedroht sehen, oder wenn sie Dinge durchsetzen wollen, die dem Volk nicht gefallen, wird die Sprache der Medien umso pompöser und undifferenzierter, je mehr Widerstand das Volk leistet.

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