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Androiden

by - 18. Juli 2015

Im Zuge der Technologisierung lässt der Mensch die Arbeit, die er selbst tun musste, zunehmend von Maschinen tun. In vielen Science-Fiction-Konzepten, von denen das Star-Trek-Universum das bekannteste ist, wird der Mensch damit frei, um nur noch an seiner eigenen Verbesserung zu arbeiten.

In der Realität scheint der Zug momentan in eine etwas andere Richtung zu fahren. Wir steuern weniger auf eine Welt zu, wo dank der Maschinen niemand mehr arbeiten muss und alle glücklich darüber sind, sondern auf eine Welt, wo Menschen durch Maschinen überflüssig gemacht werden. Das beruht auf dem uralten Konzept des Eigentumsbesitzes. Die Maschinen gehören jemandem. Und was sie herstellen, damit auch. Wem nichts gehört, der kann dahin gehen, wo der Pfeffer wächst, und er hat auch keine Möglichkeiten, an seinem Zustand etwas zu verändern, außer er nimmt dem Besitzenden seinen Besitz (gewaltsam) weg.

Aber um Besitz soll es in diesem Artikel nicht gehen, das handele ich ein andermal ab. Ich wollte ein paar Gedanken zum Ersetzen von Menschen durch Maschinen loswerden. Anlass ist, das ein Freund in die Runde fragte: „Wer wird eher durch Androiden ersetzt? Der Mann oder die Frau?“

Eine nicht ganz uninteressante Frage, zumal sie nicht so einfach zu beantworten ist, wie es im ersten Augenblick scheint.

Früher waren Androiden (künstliche Menschen, menschenähnliche Roboter) überwiegend männlich. Aus zwei Gründen: Der Mann war früher das interessantere Wesen. Jenes, das arbeitete, Dinge erfand, Abenteuer erlebte, den Lauf der Geschichte antrieb. Sowohl in Bezug auf den herbeigesehnten „Übermenschen“ (der besser sein sollte als das aktuelle Modell) als auch in Bezug auf die Arbeitskraft. Der Roboter leitet sich etymologisch von robota (tschechisch) = Arbeit, Schufterei, Frondienst ab.
In der Praxis sehen die Roboter, die den Mann schon seit geraumer Zeit zu ersetzen begonnen haben, jedoch nicht wie Menschen aus. Es sind Maschinen. Die zwar mehr und mehr Eigenintelligenz erhalten, aber das war es dann auch schon mit der Ähnlichkeit.

Parallel dazu gibt es auch bei der Frau eine Entwicklung, und die folgt – politisch unkorrekt – ebenfalls ihrer Hauptbestimmung, nämlich dem als Sexobjekt. Hier ist die Menschenähnlichkeit das Hauptkriterium. Wobei der erste Hersteller solcher Wesen, First Androids (eine Deutsche Firma!), 2011 pleite gegangen ist. Die haben anatomisch korrekte künstliche Frauen hergestellt, mit Vagina und allem, was ja viele tun, aber diese hatten überdies simulierte Atmung, Puls (der beim Sex auch noch ansteigt) und Muskeln, die die Hüften beugen und noch anderes tun.
Warum sie nun pleite sind, weiß ich gar nicht. Ich gehe davon aus, ihre Produkte waren zu teuer oder es gab technische Probleme.
Nur der Vollständigkeit halber: Es gab und gibt Liebespuppen auch in männlicher Form, aber die Nachfrage ist minimal.

Für einen Moment habe ich mir eine Welt vorgestellt, in der es keine biologischen Menschen mehr gibt (Atomkrieg?) und das Menschengeschlecht sich aufgespalten hat in die Robotermänner, die von 0 bis 24 Uhr in den Fabriken irgendwelche Dinge herstellen, während die Straßen nur noch von weiblichen Androiden bevölkert sind, welche diese Güter konsumieren.

Und dann habe ich mich gefragt, ob wir biologischen Menschen von dieser Horrorvision überhaupt so weit entfernt sind.

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