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Religion vs Menschenrechte

by - 12. Juni 2015

Ein sehr weites Feld ist das, allerdings will ich an dieser Stelle kein Essay verfassen, auch wenn man mit dem Thema ein oder mehrere Bücher füllen könnte.

Ich zerbreche mir seit geraumer Zeit den Kopf, wie der erste Satz lauten soll von dem, was ich dazu sagen will. Ich beginne in Ermangelung einer besseren Idee mit dem Endergebnis meiner Überlegungen:

Wenn wir Frieden wollen, müssen im Wertesystem unserer Gesellschaft Freiheit und Menschenrechte an oberster Stelle stehen, dicht gefolgt von Barmherzigkeit und der Fähigkeit, verzeihen zu können. Zugleich muss klar sein, dass Religionen nicht die Grundlage dieser Werte sind, sondern bestenfalls dem nicht widersprechen. Bestenfalls. Schlimmstenfalls sind sie ihr Verderben. Neben Habgier, Rachsucht und Sadismus ist die Religion eine der Hauptquellen von Gewalt und Leid.

Jemandem, der religiös ist, ist dies nicht zu vermitteln, dessen bin ich mir inzwischen bewusst.

Menschen funktionieren nicht rational. Wichtig für ihr Weltbild ist die kindliche Prägung. Wenn ein Kind in einer Gesellschaft aufwächst, die religiös ist, wird es die religiösen Werte annehmen und alles andere, was es zeitlich später kennenlernt, nach den Maßstäben dieser Religion bewerten. Je nach Religion bzw. der Ausrichtung dieser Religion kann es Freiheit und Menschrechten gegenüber aufgeschlossen sein oder auch nicht. Wächst es jedoch in einer Gesellschaft auf, in der Freiheit und Menschrechte an oberster Stelle stehen, wird es die Religionen, die ihm begegnen, nach diesem Maßstab bewerten. Es kann zwar religiös werden, aber Inhumanität wird seinem Wesen fremd bleiben und es wird Religionen mit Gewaltpotenzial bzw. deren gewalttätige Varianten ablehnen.

Es gibt zwei Ausnahmen von dieser Regel. Die eine ist der psychopathische Mensch, dem die Misshandlung anderer egal ist oder sogar Freude bereitet. Die andere Ausnahme ist der Rationalist, dem das religiöse Irrationalitäts-Gen fehlt. Beide sind gegen die kindliche Prägung immun. Wobei der Rationalist nicht das Gegenstück zum Psychopathen ist, das wäre der Humanist. Ein Psychopath kann sogar zugleich ein Rationalist sein.

Psychopathen und Rationalisten sind in der Regel in der Minderheit. Psychopathen können jedoch in die Position kommen, die Mehrheit auf ihre Seite zu ziehen und so an die Macht gelangen.

In einer Gesellschaft, in der Freiheit und Menschrechte an oberster Stelle stehen, haben Psychopathen so gut wie keine Chance, an die Macht zu kommen. Ihr Ansehen ist nahe Null.

In einer Gesellschaft, in der eine Religion an oberster Stelle steht, ist es ein Roulettespiel, ob Psychopathen an die Macht kommen oder nicht. Welche Religion das ist, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Selbst an und für sich friedlich konzipierte Religionen wie Buddhismus oder Christentum machen nicht immun gegen die Faszination von Gewalt und Unterdrückung. Das tut nur ein säkulares System, dessen Grundlage die Ablehnung von Gewalt und Unterdrückung bildet.

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  1. Religie versus mensenrechten | E.J. Bron

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