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Der Wandel des Begriffs Rassismus

by - 30. Mai 2015

Rassismus im ursprünglichen Sinne ist, wenn ich jemanden aufgrund seiner biologischen Zugehörigkeit zu einer „Rasse“ anders bewerte (und entsprechend behandle) als meinsgleichen. In der Regel schlechter als meinesgleichen. Allerdings gibt es auch positiven Rassismus, der andersrassigen Menschen positivere Eigenschaften unterstellt als der eigenen.

Im Extremfall werden dem Angehörigen der minderwertigen Rasse sein Recht auf ein würdiges Leben oder gar auf das Leben selbst aberkannt. Rassisten gelten gemeinhin als böse Menschen.

Rassismus hat sich wissenschaftlich nicht bestätigen können. Alle Rassen sind im Großen und Ganzen mit gleichen erbbiologischen Talenten und Charaktereigenschaften gesegnet. Rassisten gelten gemeinhin als dumme Menschen.

Zusammenfassend gelten Rassisten also als dumm und böse.

Das zum Rassismus gehörende Verb heißt „diskriminieren“. Man diskriminiert einen Menschen, wenn man ihn aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe anders (meist schlechter) behandelt. Wobei jeder Rassist diskriminiert, aber nicht jede Diskriminierung Rassismus ist. Wenn ich jemanden zum Beispiel als minderwertig erachte, nur weil er aus einem niedrig angesehenen Elternhaus oder Land kommt, diskriminiere ich ihn, aber das ist kein Rassismus. Wenn ich Frauen die Fähigkeit abspreche, die gleichen Leistungen wie Männer zu erbringen, wenn ich Homosexuellen irgendetwas verbiete, wenn ich keine tätowierten Leute in meiner Firma einstellen will … das sind alles Fälle von Diskriminierung ohne Rassismus.

Der negative Beigeschmack vom „Rassismus“ haftet auch der „Diskriminierung“ an, obwohl Diskriminierung keineswegs immer unbegründet oder falsch begründet ist. Ein gängiges neutrales Wort für die Ablehnung eines Menschen aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe war „Ungleichbehandlung“, aber auch das beginnt den negativen Beigeschmack der Diskriminierung anzunehmen. So wird es momentan allen Wörtern ergehen, auf die man ausweicht, denn der Zeitgeist in Europa spricht jeder Art von Ungleichbehandlung die Berechtigung ab.

Eine parallele Tendenz findet sich in der stetigen Erweiterung des Rassismusbegriffs. Als Rassist gilt inzwischen nicht nur der, der Menschen aufgrund seiner biologischen Zugehörigkeit ablehnt, sondern auch der, der Menschen generell wegen der Zugehörigkeit zu irgendeiner Gruppe ablehnt – auch wenn der Diskriminierte sich die Zugehörigkeit selbst aussuchen kann wie im Falle von Religion oder politischer Anschauung.

Beliebt in diesem Zusammenhang ist, Islamkritikern Rassismus vorzuwerfen. Rassismus in diesem erweiterten Sinne, dass es nicht in Ordnung sei, von Muslimen schlecht zu denken, nur weil sie dieser Religion angehören.

Ich stemme mich gegen diese Begriffserweiterung von „Rassismus“, weil der Begriff damit seinen Sinn verliert. Jemanden wegen seiner physischen Merkmale als lebensunwert oder der Menschenwürde nicht würdig einzustufen, hat sich als unmenschlich und auch wissenschaftlich unhaltbar erwiesen. Jemanden wegen seiner religiösen oder politischen Haltung nicht zu mögen, ihm ggf. zu misstrauen und ihn nicht in meiner Nähe haben zu wollen, hat jedoch seine absolute Berechtigung! Das ist nicht dumm, im Gegenteil, und wenn man die Verhältnismäßigkeit in der Ablehnung wahrt, ist es auch nicht böse.

Ich denke, die Erweiterer des Rassismusbegriffs wollen nur den abwertenden Beigeschmack dieser Bezeichnung missbrauchen, um damit alle Arten von Andersdenkenden bequem zu diffamieren. Rassismus ist ja was Schlimmes, das ist inzwischen allgemein anerkannt, und wenn ich nun die Möglichkeit habe, einen Andersdenkenden als Rassist zu bezeichnen, muss ich mich mit seinen Argumenten nicht mehr auseinandersetzen.

Das ist nicht gut so.

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From → Philosophie, Politik

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