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Replik an Katrin Göring, Stichwort Flüchtlingstragödien

by - 25. April 2015

Kurz zur Vorgeschichte meines Kommentars: Katrin Göring, Bundestagsabgeordnete der „Grünen“, postete auf Facebook ihre Betroffenheit über die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge. Ich fühlte mich zu einer kurzen Erwiderung auf den von ihrem „Team KGE“ (als Politiker_*In hat man keine Zeit, sich mit unsereins abzugeben; da warten Empfänge, müssen Kinder geknuddelt und „nie wieder blablubber“-Reden geschwungen werden) erstellten Kommentar ermutigt.  Die Punkte „Seenotrettung (Hat bei „mare nostrum“ auch funktioniert.)“ und „Fluchtursachen bekämpfen“ sind Zitate ihres bestimmt ehrenamtlich agierenden „Team KGE“.  Zu meinem Erstaunen wurde meine Replik noch nicht gelöscht. Eigentlich ein Skandal. Einer von uns beiden sollte sofort zurücktreten!

„Seenotrettung (Hat bei „mare nostrum“ auch funktioniert.)“
Sich in einen Schrottkahn zu setzen und darauf zu verlassen, dass man von einem hochseetauglichen Schiff an Bord genommen, versorgt und ans gewünschte Reiseziel (seien wir ehrlich: Das ist nicht Italien, sondern das sind die Sozialämter Deutschland, Österreich, Holland und Schweden) gebracht wird, hat mit Seenot nichts zu tun.
„Fluchtursachen bekämpfen“
Klingt gut und unterstütze ich. Allerdings habe ich von Ihnen und Ihren Kolleg_*Innen noch nie, wirklich noch nie eine realistische Einschätzung der Ursachen vernommen. Die Hauptursachen dafür, dass Millionen Menschen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan oder Zentralafrika fliehen, sind zum einen der Islam, zum anderen bis ins Mark menschenverachtende Despoten und „gewählte“ Regierungen, die sich Dank Milliarden“spenden“ des Westens im Sattel halten können. Zählen Sie noch die katastrophale Überbevölkerung (in all diesen Staaten verdoppelt sich die Bevölkerung alle paar Jahrzehnte!) hinzu und Sie halten die wichtigsten Fluchtursachen in der Hand.
Und was ist die Lösungsstrategie Ihrer Partei dazu? Grenzen auf, jeder darf herein, am besten zu Land und übers Meer riesige Passagen schaffen, um den ungezügelten Zustrom von Millionen und Abermillionen Menschen nach Westeuropa zu ermöglichen.
Haben Sie auch nur die geringste realistische Einschätzung dessen, welche Folgen dies haben wird? Wir sprechen nicht über Flüchtlinge, die derselben Kultur entstammen und eine ähnliche Mentalität wie „wir“ (ich hasse Kollektivismus, aber nachdem dieser Kommentar vermutlich ohnehin gelöscht werden wird, mache ich eine Ausnahme) haben. Ich bin Österreicher und habe selbst erlebt, wie im Zuge der Kriege am Balkan zehntausende Menschen in dieses Land flüchteten. Mit den allermeisten gab es wenige Probleme, und ebenso unterstützte die überwältigende Mehrheit der Einheimischen die Aufnahme dieser Flüchtlinge. Ähnliches ereignete sich Jahrzehnte zuvor, als hunderttausende Tschechen, Slowaken und Ungarn vor den russischen Panzern flohen. Auch hier gab es kaum Probleme und massive Unterstützung seitens der Einheimischen. Warum? Weil uns diese Menschen sehr nahe standen, sowohl kulturell, als auch geographisch. Sie „flohen“ nicht tausende (!) Kilometer über ein Dutzend Staaten hinweg, um dorthin zu gelangen, wo es Sozialhilfe, Dolmetscher und Kindergeld gibt – sie flohen, weil sie um Leib und Leben fürchten mussten, und sie nahmen jede Hilfe dankbar an. Weder existierte damals ein engmaschiges soziales Netz, noch wurden diese Flüchtlinge rundum betreut und versorgt. Wer hierher kam erlernte als Erstes die Sprache und integrierte sich augenblicklich. Keiner dieser Flüchtlinge wäre auf die Idee gekommen, dass ihm ein finanziell abgesichertes Leben auf Kosten der neuen Heimat zustünde oder dass die Einheimischen ihm jeden Wunsch erfüllen müssten.
Was wir heute erleben ist eine Völkerwanderung.

Ihre Partei ist doch eine jener Parteien, die niemals müde wird, von der „geschichtlichen Verantwortung“ zu sprechen, und davon, dass man aus der Geschichte lernen müsse. Nun, dann blicken wir doch mal kurz zurück, was zu allen Zeiten und an allen Orten geschehen ist, wenn komplett unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallten. Spoiler: die zweifellos eierkuchenfröhliche Ansicht, man müsste den Menschen bloß erklären, dass sie einander lieb haben und tolerieren sollten, hat sich leider nicht als Erfolgsmodell erwiesen. Ganz im Gegenteil: Auch wenn Ihrer Partei alleine das Wort „Volk“ kalte Schauder über den Rücken jagt, so gibt es nun einmal gute Gründe dafür, weshalb sich Völker herausgebildet haben. Der Mensch neigt dazu, sich mit ähnlich veranlagten Menschen zu umgeben. Übrigens nicht nur in unserem angeblich so rassistischen Europa, sondern weltweit. Ich habe auch noch nie Klagen darüber vernommen, dass in Zentralafrika eher wenige Europäer oder Chinesen leben. Nein, nur Europa soll „bunter“ werden, und zwar gegen den Willen der meisten Einheimischen (darunter übrigens auch viele Zugewanderte).
Apropos Rassismus: Ich werfe den „open borders“-Apologeten Rassismus vor. Weshalb? Weil sie insbesondere Afrikaner nicht als eigenverantwortliche Menschen, sondern als hilflose, kleine Dummerchen betrachten, die an der weißen Hand genommen werden müssen. Die afrikanischen Staaten selbst kommen in diesen Diskussionen niemals vor, nur die Flüchtlinge. Existieren dort keine Regierungen oder Behörden? Offenbar nicht. Deshalb müssten „wir“ sie retten, abholen und rundum versorgen, da sie ja selbst außerstande sind, ihr Leben in die Hand zu nehmen und etwas daraus zu machen. DAS ist purer Rassismus, DAS ist pures, anmaßendes Überlegenheitsdenken. Dagegen können ein paar geistig benachteiligte „Glatzen“ nicht anstinken.
Nun bin ich kein „früher war alles besser“-Nostalgiker. Allerdings reichte früher bei vielen Politikern der Horizont weiter als bis zur nächsten Wahl oder bis zum Vorruhestand in einem staatsnahen Unternehmen. Es wurden nicht wahllos Experimente der Marke: „Na, schauen wir mal, was geschieht“ durchgeführt, sondern es wurden ernsthafte, offene „smile“-Emoticon Gegenmeinungen erlaubt und erwünscht) Diskussionen geführt. Und ich wüsste ehrlich gesagt kein Thema in Europa, das diskussionswürdiger wäre als die Frage der sich verschiebenden Demographie. Organisationen wie Pegida oder Wahlerfolge für Le Pen sind Ausdruck der Angst vieler Menschen. Anstatt sich seriös mit diesen Ängsten auseinanderzusetzen, wird mit Ausdrücken wie „Nazi“ oder „Rassist“ auf inflationäre Weise herumgeballert wie in einem Ego-Shooter. Genau das ist die Politik, die Hass, Angst und Unsicherheit schürt: Einfach die Anliegen großer Bevölkerungsteile ignorieren, sie als Unmenschen bezeichnen und Deckel drüber. Motto: Was ich nicht sehe und höre existiert auch nicht.
Es gäbe so viel zu schreiben. Aber ich bin mir bewusst, dass dieser Kommentar gelöscht wird, da der Schreiber unzweifelhaft ein „Rechter“ oder Schlimmeres sein muss. Schließlich äußert er Ängste, und wer von der Linie Ihrer Partei abweicht, kann nur ein Unmensch sein, den man ignorieren muss.
Gerne würde ich Ihnen noch alles Gute in Ihrer völlig illusorischen Traumwelt mit bunter Kulturbereicherung vor prasselndem Lagerfeuer und „We Shall Overcome“ trällernd wünschen, wüsste ich nicht zu meinem eigenen Bedauern, dass ich in einer völlig konträren Realität leben muss. Haben Sie dennoch einen schönen Tag in Ihrer regenbogenbunten Seifenblase.

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From → Politik

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