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Mord ist für einen Muslim Selbstjustiz

by - 10. Januar 2015

Ein Interview mit dem, „Islamwissenschaftler“ Bekir Alboga präsentiert neben den Standardphrasen auch sehr viel Wahres.
Wobei der Wahrheitsgehalt zwischen den Zeilen zu lesen ist. Link ganz am Ende.

Ich bin der Meinung, dass man Taqiya durchaus erkennen kann, wenn man mal das Denkfleisch einschaltet. Hier eine Analyse, die aufgrund von Zeitmangel Stückwerk bleiben muss, aber es ist ja keinem verboten, sich seine eigenen Gedanken zu machen.
Noch nicht.

Bekir Alboga sagt auf die Frage, ob der Prophet mit dem Attentat auf Charlie Hebdo nun gerächt wurde:

„Wir haben so einen Auftrag nicht erteilt. Keiner in keiner islamischen Organisation, kein Verantwortungsträger. Sie haben Selbstjustiz sozusagen vollzogen aus ihren eigenen Trieben, ohne sich mit der islamischen Lehre der Barmherzigkeit auseinanderzusetzen. Hass hat in der islamischen Lehre der Barmherzigkeit keinen Platz. Allah verlangt von uns, das Böse mit Gutem zu vergelten.“

Es ist von Selbstjustiz die Rede. Und dass man „das Böse“ mit Gutem zu vergelten habe.
Der Satz besagt – implizit aber eindeutig – dass die Mordopfer eine böse, zu bestrafende Tat begangen haben. Selbstjustiz ist, wenn man einen Täter nicht dem Staat zu bestrafen überlässt, sondern in die eigene Hand nimmt. Kein aufgeklärter Mensch käme auf die Idee, einen zwölffachen Mord wegen beleidigender Zeichnungen als Selbstjustiz zu bezeichnen, denn der aufgeklärte Mensch sieht in Satire keine bestrafungswürdige Aktion. Anders der Muslim. Seine Religion fordert die Bestrafung.

Kurzer Einschub: Bestrafung für Worte oder Bilder hat auch in der westlichen Gesellschaft eine lange Tradition, bin zum heutigen Tage. Die Aufklärung, zu der auch die Säkularisierung gehört, ist ein sehr langsamer und zähflüssiger Prozess. Auch wenn sie im 18. Jahrhundert einen kecken Vorstoß durch die französische Revolution und die US-Unabhängigkeitserklärung erfahren hat, ist der Prozess noch lange nicht abgeschlossen. Ich schrieb deswegen explizit von „aufgeklärten Menschen“ und weder vom modernen noch vom westlichen Menschen. In Europa ist das Modell von „bösen Worten“, „Beleidigung“, „Gotteslästerung“ etc. noch quicklebendig, sowohl im Denken als auch in Gesetzen, und es ist aus meiner Sicht nicht korrekt, Leute die so denken, als aufgeklärt zu bezeichnen. So erklären sich auch die Stimmen von Nichtmuslimen, die immer wieder sagen, Meinungsfreiheit müsse ihre Grenzen haben. Und die den Charlie-Mördern in diesen Tagen ein ganz klein wenig Recht geben, denn wer provoziert, ist ja selber schuld, wenn er niedergeschossen wird. Auch wenn man sich beeilt, hinzuzufügen, dass man ja grundsätzlich gegen Gewalt sei und für Meinungsfreiheit, und dass dieses Attentat barbarisch war und furchtbar und überhaupt: Gesagt ist gesagt, und es lässt einen Schluss darauf zu, wie diese Leute denken. Und es ist in meinen Augen äußerst besorgniserregend.
Der Widerspruch zwischen angeblich garantierter Meinungsfreiheit und dennoch Sanktion mißliebiger Äußerungen ist übrigens eher neu und Symptom des noch nicht abgeschlossenen Prozesses der Aufklärung. Die meisten europäischen Länder wurden inzwischen zu Demokratien umgewandelt, aber alte Denkmuster verschwinden dadurch nicht über Nacht.
Wir waren diesbezüglich aber auf einem guten Weg, allein wenn man sich die langsame aber stetige Entmachtung der Kirchen in den letzten 50 Jahren ansieht. Waren. Diese Entwicklung ist parallel zur geleugneten Islamisierung Europas angehalten worden. Ich will nicht sagen, dass es wegen der Islamisierung getan wurde, aber es unterstützt die Islamisierung. Islamkritiker können wegen ihrer Äußerungen von deutschen Gerichten zu Strafen verurteilt werden. Ich verweise als nur ein besonders schlimmes Beispiel auf den Fall Stürzenberger.

Dass Allah verlangt, Böses mit Gutem zu vergelten, erinnert an die Bibel. Der Koran ist jedoch nicht die Bibel, und es wird immer wieder verschwiegen, dass der Koran ganz offen mit zweierlei Maß misst. Es gibt Regeln für das Zusammenleben der Muslime untereinander, und es gibt Regeln, die das Zusammenleben von Muslimen mit Ungläubigen betreffen. Und ob etwas gut oder böse ist, hängt immer davon ab, ob es Allah gefällt oder nicht. Auch die übelsten Mordtaten sind per definitionem „gut“, wenn man damit den Willen Allahs tut, und in zahlreichen Versen werden für Ungläubige im Allgemeinen und bestimmte Vergehen gegen den Glauben im Besonderen harte Körperstrafen oder der Tod gefordert.
Wenn man sich die Sure 42, Vers 40 ansieht, auf die Bekir Alboga hier Bezug nimmt, findet man Folgendes:

Eine schlechte Tat wird mit einer gleich schlechten vergolten. Wenn aber einer verzeiht und zu einem Vergleich bereit ist (oft auch übersetzt „mit eine Besserung bewirkt“), steht es Allah anheim, ihn zu belohnen. Er liebt die Frevler nicht.

Selbst wenn wir das mal ausblenden, was ich gerade darüber geschrieben habe, dass hier nämlich NICHT von der Beziehung Moslem-Ungläubiger die Rede ist: Allah verlangt gar nichts, er belohnt das Verzeihen vielleicht (vielleicht auch nicht). Nirgends steht, dass die schlechte Tat mit Gutem vergolten werden soll. Eine schlechte Tat wird mit einer gleich schlechten vergolten. Das steht da.

Dafür steht an praktisch derselben Stelle im Koran etwas über Selbstjustiz und Gewaltanwendung. Verse 41 und 42:

Diejenigen, die sich helfen, nachdem ihnen Unrecht geschehen ist, machen sich nicht schuldig. Schuldig machen sich nur diejenigen, die im Land unberechtigterweise Gewalttaten verüben. Sie haben eine schmerzhafte Strafe zu erwarten.

Selbstjustiz ist damit legitimiert. Punkt. Und auch die Gewaltanwendung ist nur dann verboten, wenn sie „unberechtigt“ ist. Wenn man den Koran heranzieht, muss man auf diese kleinen relativierenden Wörter immer gut achtgeben, denn sie finden sich überall. Dass etwas ohne Wenn und Aber geboten oder verboten ist, ist die Ausnahme.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Bekir Alboga klar lügen würde, wenn er behaupten würde, dass die Mordtat nicht islamisch legitimiert sei. Aber wenn wir seine Worte klar analysieren, behauptet er das gar nicht! Er schwafelt nur etwas von der Lehre der Barmherzigkeit, die hier nicht berücksichtigt wurde. Er verschweigt dabei, dass diese Lehre gar nichts mit dieser Situation zu tun hat und auch gar kein klares Gewaltverbot existiert. Es wäre selbst nach diesen Kriterien lediglich eine freiwillige Option für die Mörder gewesen, barmherzig zu handeln, aber kein Gebot.
Und genau dies nennt man Taqiya. Es ist dem Moslem erlaubt, wenn nicht sogar geboten, zum Schutz seines Glaubens oder seiner selbst seinen Glauben zu verbergen, und es ist ihm auch erlaubt, zu lügen. (Ausführlicher Artikel über Taqiya in Vorbereitung). Dies und nichts anderes hat Bekir Alboga hier getan.

Er hätte sich wahlweise auch darauf berufen können, dass im Koran nirgends explizit eine Strafe für die Beleidigung des Propheten gefordert wird. Was richtig wäre, aber dafür könnten sich die Mörder darauf berufen, dass diese Karikaturen eine Verführung wider den Islam darstellen, also einen Angriff auf den Glauben, und dann kommen die ganzen Jihad-Verse zum Einsatz. Und ich lüfte sicher kein großes Geheimnis, wenn ich sage, dass der Tod der Ungläubigen an mehr als einer Stelle gefordert wird.

Puh, was man zu so einer Äußerung alles kommentieren und ausführen kann, gelle? Dabei war das ja nur der Anfang des Interviews. Ich werde mich im Folgenden kürzer fassen.

„Ja es gibt einen internationalen Terrorismus. Die Motivation, wie denn dieser Terrorismus entstanden ist, schon seit dem Kalten Krieg, ist unterschiedlich. Aber das ist ein Fremdkörper in der islamischen Welt. Die islamische Welt ist in ihrer ausschlaggebenden Mehrheit sehr friedlich und lehnt die Gewalt ab. Die Menschen wollen nur arbeiten, die Menschen möchten nur leben in Frieden, sie möchten im Umfeld ihrer Familie ihre Religion praktizieren. Die islamische Welt hat in ihrer Mehrheit nicht so was vor. Aber es gibt eine Radikalität, die sozusagen sich so formiert, so ausdrückt, wir wollen rächen für die islamische Welt, so wie die islamische Welt in Schrecken und Angst versetzt wird wollen wir auch die westliche Welt versetzen. Das sagen sie. Das ist ein Racheakt und sie wollen sich sozusagen zum Verteidiger der islamischen Welt erklären, ohne ein Mandat seitens der islamischen Welt, seitens der islamischen Lehre.“

Die friedliche Mehrheit ist irrelevant, das habe ich schon mal hier geschrieben. Und merkt ihr, wie er sich auch hier wieder windet? Er sagt nicht, dass der Glaube oder der Koran das nicht legitimiert. Das wäre ja auch gelogen. Die Mörder haben lediglich kein „Mandat“. Mit anderen Worten: Es gab keine Todesfatwa, die haben sich erlaubt, einfach so zu töten. Jaja, das geht ja gar nicht, meine Herren. Ups, ich werde ironisch.

„Man kann alles sagen, man kann diese Leute kritisieren. Aber töten nicht! Wer darf das? Wenn man einen Menschen tötet, heißt es im Koran, ist das so, als ob man die ganze Menschheit getötet hätte.“

Wer die Bibel kennt, erlebt hier vielleicht ein déja vu. Aber nicht beirren lassen. Das ist Taqiya in Reinform. Hier der komplette Vers (Sure 5, Vers 32):

Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israel verordnet, daß wer eine Seele ermordet, ohne daß dieser einen Mord oder eine Gewalttat im Lande begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat.

Der von Bekir Alboga angesprochene Sachverhalt gilt für die Juden! Nicht für Muslime! Im Koran zieht sich konsequent die Zweigleisigkeit durch alle Kapitel: Nur der Muslim ist Mensch erster Klasse, und nur für ihn gelten all die positiven Verse. Die Ungläubigen sind ein ganz anderes Kaliber, und Juden und Christen werden an einer Stelle auch mit Affen und Schweinen gleichgesetzt, also ihnen sogar das Menschsein abgesprochen, also wäre ihr Tod gar nicht unbedingt der Tod eines Menschen.

Der Rest des Interviews ist dann nicht mehr interessant, es geht um Finanzierung und vom türkischen Staat bezahlte Missionare in Deutschland. Okay, vielleicht doch interessant, aber den Rahmen dieses Themas überschreitend. Na, doch, eine Sache noch. Auf die Frage, ob es nun gerechtfertigt sei, erst recht Mohammedkarikaturen zu zeichnen, sagt Alboga:

„Wollen wir nicht einen Weltfrieden? Wollen wir nicht friedlich zusammenleben? Müssen wir uns
ständig gegenseitig provozieren? Ich würde momentan zum Beispiel auf jede Provokation verzichten.“

In der Tat. Halten wir uns daran, und die Terroristen haben erreicht, was sie wollten.

Link zum vollständigen Text:
http://www.deutschlandfunk.de/reaktionen-auf-anschlag-das-war-selbstjustiz.694.de.mhtml?dram:article_id=308207

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From → Metajournalismus

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