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Charlie Hebdo – Futter für Verschwörungstheoretiker

by - 9. Januar 2015

In den letzen beiden Tagen erschütterte ein islamischer Terrorkrimi die Medien.

Bewaffnete Vermummte drangen in die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ ein. Nachdem sie erst wenig professionell im Gebäude erst mal nach dem Weg fragen mussten, erschossen sie mit AK-47-Gewehren zehn Satiriker und verletzen weitere. Draußen erschossen sie noch zwei Polizisten und flüchteten in einem schwarzen Citroen. Insgesamt 12 Tote und 11 Verletzte.
Die Vermummten riefen „Allahu Akbar“ und „Wir haben den Propheten gerächt“. Eine Überlebende Zeugin sagte aus, sie hätten auch gesagt, sie seien von Al-Qaida, was zunächst angezweifelt wurde.
Das Satiremagazin hatte in der Vergangenheit zahlreiche islamkritische und islamverspottende Beiträge und auch einen Mohammed-Comic herausgebracht. Wie wir wissen, ist das ein mehr als ausreichender Grund für Muslime, diese Gotteslästerer zu töten. Es gab auch schon 2011 einen Brandanschlag auf die Redaktion – wohl auch aus demselben Grund.

Dass die Attentäter flüchteten und nicht an Ort und Stelle blieben, um als Märtyrer zu sterben, wurde von manchen als Indiz dafür gesehen, dass es keine Islamisten sein könnten. Sehe ich nicht so, warum soll ein Dschihadist schließlich nicht – wenn er die Möglichkeit hat – auf sich achtgeben? Immerhin ist er damit für weitere Anschläge recyclebar.

Als Hauptverdächtige wurden schnell zwei Brüder ausgemacht, die der Polizei wohl schon früher aufgefallen waren, weil sie Kämpfer für Al-Qaida in den Irak schleusten. Einer hatte eine Kampfausbildung im Jemen genossen. Sie standen seit Jahren auf den Terrorlisten von Frankreich und den USA und wurden polizeilich überwacht. – Nun ja, man sieht, wie viel diese Überwachung wert war. Wir haben nun die Wahl: Entweder ist das ein schreckliches Armutszeugnis für die Polizei oder wieder ein Indiz, dass irgendwas an dem Fall faul ist.

Wie auch immer: Einer der Täter hatte nun seinen Personalausweis im ersten Fluchtfahrzeug vergessen, das später gefunden wurde. so kam man auf die Brüder.
Hoppla – wie war das? Personalausweis? DAS hat mich auch stutzig gemacht. Sofort und sehr. Warum sollte ein Attentäter seinen Ausweis bei sich tragen? Und wieso ihn auch noch ausgerechnet in so einer Situation verlieren?
Und wieder wurde das von manchen als Indiz dafür gesehen, dass das vielleicht kein islamistischer Anschlag war. Dass hier eine False-Flag-Aktion durchgeführt wurde, von irgendwelchen professionellen Auftragskillern, die eine falsche Spur gelegt haben. Ich gebe zu, dass dieser Punkt auch mich sehr nachdenklich gemacht hat.
Wie ich inzwischen erfahren habe, werden in Frankreich extrem viele Routine-Ausweiskontrollen durchgeführt, so dass es dort viel notwendiger ist, seinen Ausweis immer dabei zu haben als hierzulande. Mit anderen Worten: Wenn zwei Araber bei einer Kontrolle sich nicht ausweisen können, wäre ihre Autofahrt zur Redaktion vielleicht sehr schnell zu Ende gewesen.

Am nächsten Morgen passierte ein Polizistenmord in Montrouge (Vorort von Paris). Die Beamtin wurde zu einem Autounfall gerufen, um den Vorfall aufzunehmen und wurde dann mit einem Maschinengewehr von einem schwer bewaffneten Mann erschossen, der dann in die nahegelegene Metrostation flüchtete. Nebenbei wurde auch einem Straßenkehrer ins Gesicht geschossen, der hat es aber überlebt. Eine Verbindung zum Fall Charlie wurde zunächst bestritten.

Die Täter überfielen eine Tankstelle in Nordfrankreich und machten so auf ihre Position aufmerksam und zugleich bestätigte sich durch die Aussage des Tankwartes, dass es sich um die verdächtigen Al-Qaida-Terroristen-Brüder handelte. Man fand das leere zweite Fluchtfahrzeug (Renault) und begann den Umkreis abzusuchen. Zunächst ohne Erfolg.

Am nächsten Morgen gleich zwei neue Ereignisse: 1. Die Täter stahlen nun einen Peugeot und flüchteten weiter, um dann wenig später nach einer ergebnislosen Schießerei an einer Straßensperre in eine Druckerei einzudringen und eine Geisel zu nehmen. Telefonisch erklärten die Brüder, sie wollten als Märtyrer sterben. Und 2. Eine Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt für koscheres Essen. Der Geiselnehmer wurde alsbald als der Polizistenmörder von Montrouge identifiziert. Und siehe da: Auch der hatte eine Terroristische Vorstrafe: 2010 wurde bei ihm Maschinengewehrmunition sichergestellt, er kam nach einem Jahr Gefängnis wieder frei. Später nochmal Gefänggnis wegen Plänen zur Befreiung eines inhaftierten Islamisten. Da kann man sich doch nun wirklich nur noch an den Kopf klatschen, oder? Außerdem hatte er zu den Terrorbrüdern offenbar eine Verbindung, sie lernten sich im Gefängnis kennen.

Die Polizei evakuierte drei Schulen um die Druckerei herum, danach explodierte das Gebäude oder etwas im Gebäude. Die Terrorbrüder rannten schießend heraus und wurden nun selbst erschossen. Keiner der Geiseln wurde verletzt.

Der jüdische Supermarkt wurde parallel dazu gestürmt, der Geiselnehmer getötet, vier Geiseln ebenfalls. Da der Geiselnehmer das Telefon nicht richtig aufgelegt hatte, konnte die Polizei verfolgen, was im Geschäft vor sich ging und ihre Aktion planen. Wieder etwas, wobei ich stutzig werde. Kann man denn wirklich so blöd sein? Kann man?
Kurz vor der vor der Erstürmung rief er jedenfalls noch den französischen Sender BFMTV an, um ihm mitzuteilen, dass der französische Staat IS, das Kalifat angegriffen habe und er sich mit den Charlie Hebdo Attentätern abgestimmt habe.

Meiner Ansicht nach ist diese Geschichte zu komplex für eine False-Flag-Aktion. Die Nebenhandlung mit dem jüdischen Geschäft hätte ein strategisch kalkulierender Mensch wahrscheinlich weggelassen, ebenso hat die Sache mit dem Personalausweis offenbar keine falsche sondern tatsächlich die richtige Fährte gewiesen.

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From → Metajournalismus

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