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Ab wann ist man „rechtsextrem“?

by - 9. Januar 2015

Die Anregung zu diesem Gedankengang lieferte eine Diskussion über die Frage, warum im Westen die Pegida-Ableger einen so geringen Zulauf haben. Ein Beitrag lautete, dass es daran liegen könnte, dass die westlichen Ableger von rechtsextremen Gruppierungen organisiert würden (z.B. Pro-NRW) und deswegen die Bürger diesen Veranstaltungen lieber fernblieben.
Hier meine Antwort darauf (für diesen Blogbeitrag überarbeitet und ergänzt):

Nun, da machst du ein großes Faß auf, aber es muss wohl aufgemacht werden.

Es beginnt mit der scheinbar einfachen Frage: Sind die westlichen Pegida-Ableger rechtsextrem?
Laut den Herrschenden (ich subsummiere Politik und Leitmedien mal unter diesem Begriff) sind auch die AfD „rechts“, weshalb man mit ihnen bekanntlich nicht reden und keine Koalition eingehen soll. Laut den Herrschenden ist auch Pegida Dresden „rechts“ und noch dazu von einem „Kriminellen“ ins Leben gerufen. Und „rechts“ ist automatisch „rechtsextrem“ – wie die Herrschenden dieses sprachliche Kunststück fertiggebracht haben, das normale, nicht extreme Rechts im Sinne von konservativ aus dem Zeichensatz zu tilgen, muss mir auch noch mal jemand erklären. Es ist jedenfalls Orwellsches Neusprech in Reinkultur. Was als Wort nicht mehr existiert, kann nicht mehr ausgedrückt und letzlich auch nicht mehr gedacht werden. Wer heute sagt: Ja, ich bin rechts, könnte sich genauso gut auch gleich eine Hakenkreuzbinde um den Arm binden.
Ich habe mich mit proNRW bisher nicht viel beschäftigt, ich kann auf die Schnelle durch Googeln weder eindeutig herausfinden, dass diese Partei der Schirmherr von Pegida-NRW und Co. wäre, noch kann ich eindeutig herausfinden, was genau an der Partei rechtsextrem ist.
Aber halt: Es reicht doch nach Linie der Herrschenden vollkommen aus, islamkritisch zu sein oder die Zuwanderungspolitik zu kritisieren, um als rechtsextrem zu gelten!

Eine Grundsatzfrage, die wir uns mal stellen sollten: Was genau wollen wir, die wir uns nicht als Rechtsextreme sehen, denn als rechtsextrem definieren? Ich habe das für mich geklärt, siehe dazu den Link „Bin ich ein Nazi?“ ganz am Ende. Gibt es nach dieser Maßgabe eigentlich heute noch echte Rechtsextreme? Die NPD gilt als rechtsextremes Paradebeispiel. Aber was wäre denn, nur mal als Gedankenspiel, wenn sie an die Macht käme? Was droht uns dann? Dritter Weltkrieg und zweiter Holocaust? Im Ernst? Wenn man sich deren Parteiprogramm durchliest, steht davon nichts. Auch nicht versteckt. Man kann nun sagen: Die tarnen sich! Aber wird nicht über Pegida haargenau dasselbe gesagt? Ist dieses ganze rechtsextreme Feindbild samt zugehörigen rechtsextremen Personen nicht vielleicht ein komplett aus der Luft gegriffener Popanz, um die Opposition im Volk uneinig, zerstritten und in Angst vor sich selbst zu halten?

Das führt direkt zur zweiten Grundsatzfrage: Kann man nicht einen vorübergehenden Burgfrieden schließen mit Gruppierungen, die nicht 100% derselben Meinung sind wie wir, um gemeinsam erst einmal die schlimmste Gefahr, die Islamisierung zu bannen? Ich bin zum Beispiel überzeugter Atheist und hatte vor dem Islamproblem die Kirche und das Christentum als Feindbild im Radar. Aber jetzt arbeite ich mit Christen zusammen. Wir können später wieder übereinander herfallen. Wenn es uns jetzt nämlich nicht gelingt, zusammenzuarbeiten und wir uns zersplittern, dann werden wir beide gefressen. Ich erwähnte Dritten Weltkrieg und zweiten Holocaust als fiktiven worst case im Falle einer rechtsextremen Regierung. Droht uns das nicht eher durch den Islam, wenn er an die Macht kommt?

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From → Politik

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