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Mit dem Löwen diskutieren

by - 16. Dezember 2014

Ich wundere mich immer, mit welchem Eifer Leute versuchen, gegen das System anzuargumentieren.

Gerade wieder einen Bericht von jemandem gelesen, der versucht hat, mit dem Beitragsservice zu diskutieren, um seine GEZ-Gebühren (mir egal, dass das jetzt anders heißt) nicht zahlen zu müssen. Er hat allerlei Argumente ins Feld geführt, sogar das Widerstandsrecht, weil seiner Ansicht nach das Fernsehen keine objektive Berichterstattung bringt sondern politische Propaganda.
Nützt ihm natürlich nichts, er kommt jetzt ins Mahnverfahren und dann kommen die Vollstrecker zu seiner Haustür. Das ist der Gang der Dinge.
Erinnert mich an die putzigen Versuche von Leuten, Bußgeldbescheide und Steuerbescheide für nichtig zu erklären, weil Deutschland ja gar keine Verfassung habe und nur eine GmbH sei.

Es ist zwar durchaus hin und wieder etwas Wahres dran an den Argumenten dieser Leute, aber sie scheinen da etwas Grundsätzliches nicht zu kapieren. Ich käme nie auf die Idee, mit einem hungrigen Löwen in der Steppe eine Diskussion anzufangen und mich, während ich gefressen werde, zum Sieger zu erklären. Aber manche tun genau das.

Der mit dem Beitragsservice diskutiert hat, ist fassungslos, dass man ihn gar nicht für voll genommen hat. Er schreibt auf Facebook: „Damit ist endgültig klar, für wie blöd die uns halten.“
Falsch. „Die“ haben es nicht nötig, irgendjemanden für irgendwas zu halten. Wer die Macht hat, bestimmt, was gespielt wird. Im doppelten Sinne. (Was im TV gespielt wird und wer dafür was zahlen muss.) Wer nicht (mehr) will, dass die Öffentlich-Rechtlichen unsere Gebühren fressen, um daraus Propaganda zu kacken, muss die Regierenden ablösen. Er kann dann eigene Regeln erlassen.

Wie man denn sonst gegen dieses Unrecht angehen solle, wurde ich gefragt. Ob ich da eine bessere Idee hätte. Der Vollständigkeit halber – es ist eigentlich schon ein anderes Thema – hier meine Antwort:

Gegen die GEZ kann man überhaupt nicht angehen, solange der Staat es so will, dass sie von uns Geld bekommt.
Man kann nicht einmal gegen ein Knöllchen wegen Falschparkens angehen.
Man kann auf unterster Ebene gegen überhaupt nichts angehen, das muss man sich erst mal klar machen.
Die Regierung kann auf drei Arten abgelöst werden: Blutig, durch politische Ränkespiele und demokratisch. Für uns kleine schwache Normalbürger ohne Mut und Muskeln fällt das blutig gleich mal raus, Politik machen die Politiker, bleibt also nur demokratisch. Gottseidank haben wir eine Demokratie – noch – sonst ginge das AUCH nicht.
Nichtwählen ist Dummfug. Es gilt, das Kreuz zu setzen und zwar richtig. Es gibt keine Partei, die ich guten Gewissens empfehlen kann, aber es ist bereits viel damit gewonnen, wenn man kleinere Parteien wählt, die das Gegenteil von dem wollen, was unsere aktuelle DDR-2.0-Regierung will. Alles, was nicht CDU, SPD und Grüne ist, ist schon ein Fortschritt. Wobei ich inzwischen auch vor den Linken warnen muss, da die nicht viel anderes wollen, als das, was schon läuft, nur vielleicht sogar noch eine Spur extremer.
Aber es bleiben immer noch über 30 Parteien übrig. Einfach mal gucken, was euch am wichtigsten ist und welche Partei das vertritt.
Und nochmal: Es gibt keine einzige Partei, die zu 100% auf eure Bedürfnisse passen wird. Kompromisse sind zu machen. Aber die, die gerade an der Regierung sind, die müssen unter allen Umständen weg. Sie waren lange genug an der Macht und beginnen, sich da einzurichten und die Demokratie abzuschaffen. Und sie arbeiten dabei zusammen, auch wenn es manchmal im Fernsehen so aussieht, als seien sie sich spinnefeind. Das sind sie mitnichten. Zumindest CDU, SPD und Grüne haben eindeutig dasselbe politische Ziel. Aber natürlich kämpfen sie ein bisschen um die Wählerstimmen, denn wer mehr Prozent bekommt, kann mehr von seinen Kumpels in den Bundestag schicken, was bekanntlich nicht schlecht bezahlt wird.

Das alleine reicht aber noch nicht.

Ich halte es für sehr wichtig, ein politischer Mensch zu werden. Dazu gehört, mit meinen Mitmenschen über Politik zu diskutieren, mich weiterzubildern, zu lernen, auch von meinen Feinden zu lernen, und mein Erlerntes auf Teufel komm raus weiterzugeben.
Man könnte fast auch Missionieren dazu sagen.
99% der Mitmenschen werden einem nicht zuhören oder Gegenargumente bringen. Die Gegenargumente zumindest sollte man einer kritischen Prüfung unterziehen, ob nicht vielleicht etwas an ihnen dran ist, was man bisher übersehen hat.
Aber 1% sind vielleicht offen für das, was man sagt, und dann ist man schon zu zweit. Und kann zu zweit weitermachen und die Menschen aufklären. Irgendwann ist man dann zu viert, zu acht, usw.
Und deswegen ist dieses 1% nicht zu unterschätzen.

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From → Politik

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