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Wirtschaftskrise

by - 4. Juni 2014

Ich weiß nicht, ob die Politiker uns verhöhnen. Ich kann ihnen nicht in den Kopf gucken. Meiner Meinung nach sehen sie die Krise kommen, wagen es jedoch nicht, uns reinen Wein einzuschenken. Sie klammern sich aber an ihre Posten und Pfründe und versuchen, die Krise hinauszuzögern.
Ich kann aber auch ideologische Verblendung nicht ausschließen.

Die Parasitentheorie geht meines Erachtens durchaus in die richtige Richtung. Es handelt sich dabei um die „Reichen“. Diese Leute haben zwar alle Namen und Adressen, treten jedoch nicht in den Medien in Erscheinung. Sie sind im Besitz des größten Teils des Vermögens des Landes.
Und das Wirtschaftssystem, das wir haben, ist so aufgebaut, dass sich das Vermögen dieser Leute ganz von selbst vermehrt. Das System nennt man Kapitalismus.
Natürlich vermehrt es nicht nicht von selbst. Es wird erarbeitet. Erwirtschaftet. Von Leuten, die arbeiten.
Wenn jemand Geld verdient, ohne zu arbeiten, muss ein anderer arbeiten, ohne Geld zu verdienen.

Ich kann die komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge hier nicht so gut zusammenfassen, wie einige Wirtschaftswissenschaftler. Die Geschichte wiederholt sich zwar, jedoch nie in exakt derselben Weise.

Unser derzeitiges Finanzsystem baut auf einem exponentiellen Wirtschaftswachstum. Es wird auf Pump gelebt, und die wachsenden Zinsen der wachsenden Verschuldung werden von der wachsenden Wirtschaft getragen.
Da der Planet jedoch nur endlich groß ist, kann das gar nicht unbegrenzt lange funktionieren. Das Wachstum stagniert, der Zinseszins und die Verschuldung tun es jedoch nicht, denn das sind nur Zahlen, und DIE können bis ins Unendliche wachsen.
Warum eigentlich wird auf Pump gelebt? Na ja, damit man sich all die Dinge, die man sich erst später leisten kann, jetzt schon leisten kann. Politiker lieben es, Kredite aufzunehmen, damit Projekte zu finanzieren, mit denen sie dann gut dastehen können, und die Rückzahlung der Kredite ist dann das Problem der nächsten Generation. Die Wähler leben im Hier und Jetzt, die meisten sind schlichtweg dumm und ordnen Probleme wie auch Wohlstand stets dem zu, der gerade an der Macht ist. In größeren Zusammenhängen zu denken, ist ihnen genau so unmöglich, wie einer Kuh das Klavierspiel beizubringen.
Also nehmen Politiker Kredite auf, um dem Volk Brot und Spiele zu gewähren.
Irgendwann ist allerdings mal Schluss mit Lustig, und dann beginnen die Sparmaßnahmen. Unser Staat hat Reichtum und Besitz immer besonders geschützt (ein Blick in die Gesetzbücher und Gerichtsurteile belegt, dass Besitz stets mehr wert war als ein Menschenleben) und so haben die Sparmaßnahmen als erstes öffentliche Einrichtungen getroffen.
Die Reichen dagegen wurden gepämpert. Steuern auf Vermögen, Gewerbe, Gewinne, alles wurde stets abgesenkt. Das wiederum hat mit einem neuen Phänomen zu tun, der Globalisierung. Wenn einem Großunternehmen in Deutschland Lohngefüge und Besteuerung nicht passen, wird die Aktivität ins Ausland verlegt.
Zwei Sachen haben der Volkswirtschaft das Genick gebrochen:
1. Die Sparmaßnahmen und das Absenken des Niveaus in der Bildung (Dummenschwemme)
2. Die massenhafte Abwanderung von Lohnarbeit ins Ausland
Um das Rad wieder zurückzudrehen, müsste man als Politiker Dinge tun, die geradezu grotesk anmuten und deshalb nicht einmal laut gedacht werden dürfen.

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From → Politik

One Comment
  1. hanscastorp76 permalink

    Staatsverschuldung ist gar nicht so schlimm (USA ist viel höher verschuldet, geschweige denn Japan). Das ist makroökonomisch etwas anderes als mikroökonomisch, wo das nicht anstrebsam ist. Paradoxerweise ist die Staatsverschuldung der Preis für das Sparen im Privaten. Man muss sich das als großen Kreislauf vorstellen, wo Wasser ist. Wird an einem Ende was abgezwigt (z.B. fürs Sparen), fehlt es am anderen Ende.
    Die Finanzkrise hat die Eurokrise hervorgerufen und nicht umgekehrt. Paradoxerweise sind wir in Deutschland die Nutznießer der Eurokrise. Der Euro ist für unsere Wirtschaftsleistung viel zu schwach und damit können wir andere Euroländer erdrücken. Zudem flüchtet das Geld der Anleger in den sicheren Hafen Deutschland und wir profitieren auch noch von billigen Krediten.
    Gut, über Politiker kann man denken, wie man will. Man kann sie aber wählen und abwählen. das ist mit den eigentlichen Herrschern im Lande, den Konzernen, banken und ihren Lobbyisten nicht so. Also wäre es wünschenswert, dass die Politik wieder das Heft des Handelns in ihre Hände bekämen und das Primat zurückeroberten.

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