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Was bedeutet links oder rechts?

by - 12. April 2014

Letztes Update: 12.06.2017

Es ist Usus geworden, seinen politischen Gegner heutzutage „rechts“ zu nennen, wenn man ihn in Verbindung mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit bringen will. Rechts, das waren die Nazis. Rechts ist böse. Rechts ist die Partei NPD.

Daneben gibt es auch noch „die Linken“, die auch als Partei existieren, und in der Vorstellung vieler Menschen für Gerechtigkeit, Freiheit und Intellekt stehen. Oder aber für Kommunismus, Stalin, Mauertote.

Es gibt sehr viele, die nicht mehr wissen, dass „rechts“ und „links“ vor 20-30 Jahren noch etwas anderes bedeutet haben als heute. Dass die CDU die rechte Partei war, und die SPD die linke.

Es gibt viele, die sich als Linke bezeichnen und mit anderen in ersthaften Streit darüber geraten können, was Linkssein überhaupt bedeutet, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Es gibt auch welche, die sagen, die Nazis, die heutzutage als Inbegriff des Rechtsseins gelten, wären eine linke Partei gewesen. Noch mehr Streit.

Überhaupt gibt es ganz viele, die denken, Politik spiele sich lediglich auf der eindimensionalen Achse ab. Es gäbe nur links, rechts und Mitte. Die politische Berichterstattung spielt sich überwiegend in dieser kleinen engen Welt ab, obwohl diese Begriffe schon lange unzureichend sind, um eine politische Einstellung zu beschreiben.

Der Sinn dieses Artikels ist, im Kopf ein wenig aufzuräumen. Das ist heutzutage, wo links und rechts zu politischen Kampfbegriffen geworden sind, sehr wichtig.

Eine klare und exakte Definition von links und rechts gibt es im Duden nicht. Auf Wikipedia findet sich ein durchaus lesenswerter Artikel namens „politisches Spektrum“, der jedoch ziemlich lang und unübersichtlich ist und einen bezüglich einer klaren Antwort auch leider unbefriedigt zurücklässt.

Also fangen wir an. Um links und rechts zu verstehen, müssen wir uns den Begriffen erst mal historisch nähern.

Frankreich, 1789.

Rechts und links, das kommt aus der Zeit nach der französischen Revolution. Die Linken repräsentierten das revoltierende Bürgertum, das sich von der Unterdrückung durch den Adel befreien und eine Demokratie installieren wollte. Die Rechten waren die Antidemokraten, die der Meinung waren, das Volk sei zu dumm, um über seine Geschicke selbst zu bestimmen und benötige daher in alle Ewigkeit die Herrschaft von Eliten (Adel).

Das Motto der Revolution lautete: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. (Liberté, Egalité, Fraternité).

Freiheit von Unterdrückung war das Hauptmotiv, die Gleichheit der ideologische Unterbau. Den Revolutionären lag die Ansicht zugrunde, dass es gar keine „Eliten“ gäbe bzw. so etwas wie Adel und Königtum keine Existenzberechtigung hätten, weil alle Menschen gleich seien und daher allen die gleichen Rechte zustünden.

Gründerzeit, Marx, Kommunismus

Rechts und Links hatte noch ein Jahrhundert später Bestand zur Zeit von Kaiser Wilhelm und Bismarck, wo die Konservativen (Königstreuen) auf der rechten Seite des Parlaments saßen und die Opposition auf der linken Seite. Die Königstreuen wollten, dass alles beim alten bleibt, die Opposition wollte ein neues System.

Um diese Zeit schrieb auch Marx sein „Kapital“ und gab den Linken neue Impulse. Das Element der Revolution bzw. Systemänderung findet sich auch bei ihm. Ebenso der Grundsatz der Gleichheit, also dass jeder Mensch von Geburt an die gleichen Rechte habe bzw. haben solle. Dass jeder Mensch gleich sei, glaubte Marx allerdings nicht, man findet in einigen seiner Schriften rassistisches Gedankengut.

Seit Marx steht Rechts für den Kapitalismus, Links für den Kommunismus. Das galt auch in etwa bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Man beachte den Paradigmenwandel: Das Bürgertum, das in der französischen Revolution die Linke darstellte, hatte den Kapitalismus entwickelt und die Rolle der Rechten eingenommen. Die Linken waren nun die von den Fabrikbesitzern unterdrückten und ausgebeuteten Arbeiter.

Rechts zu sein, war nichts Ehrenrühriges. Links schon eher, denn Links zu sein, hieß ja, gegen das System zu sein. Zur Zeit des kalten Krieges wurde jeder, der im Verdacht stand, ein Kommunist zu sein, verfolgt.

Etwas anders sah die Lage in den kommunistischen Ländern wie Russland und China aus. Aber die auch noch zu beleuchten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Auch steht Links seit Marx häufig für den Kollektivismus, dem Prinzip, dass Wohl und Wille der Gesellschaft mehr wiegen als des Individuums. Der Linke will von den Reichen nehmen und es den Armen geben. Im Gegensatz zum Liberalismus, der davon ausgeht, dass das Individuum unveräußerliche Rechte besitzt, die einem die Gesellschaft mit keiner Begründung wegnehmen darf (z.B. Leben, Eigentum). Was oft zu Missverständnissen führt, ist, dass Liberalismus in Europa Rechts verortet wird, in Amerika dagegen die hardcore-Linken als „liberals“ bezeichnet werden. Letztlich muss man sagen, gehört die Liberalität weder zum linken noch zum rechten Lager. Auch wenn beide Seiten sie gerne für sich reklamieren würden.

Die Nazis

Die NSDAP bezeichnete sich zu Beginn ihrer Laufbahn selbst als linke Partei und stand dem Kommunismus nahe. Was man schon am Namen der Partei sieht, der sowohl „sozialistisch“ als auch „Arbeiter“ enthält. In der Symbolik kamen sogar Hammer und Sichel vor, und Goebbels pries Hitler als verbesserte Version von Lenin an. Das kam bei den Wählern allerdings nicht so gut an, deswegen ließ man das bald wieder unter den Tisch fallen. Spätestens nach der Machtergreifung 1933 gab man sich aggressiv antikommunistisch.

Jedoch findet sich in dem, was die Nazis taten, bis zuletzt sehr viel von Marx wieder, z.B. das Niederreißen von Klassenschranken und Ausbau des Sozialstaates. Auch hat der Antisemitismus der Nazis seinen Ursprung im Antikapitalismus, wobei die Juden als die Inkarnation der „bösartigen Geldscheffelei“ gesehen wurden. Das vermischte sich mit dem in Europa bereits vorbestehendem Antisemitismus und Rassentheorien.

Die Nazis waren auch klar kollektivistisch. Der berühmte Satz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ stammt von ihnen, wurde auf die Reichsmarkmünzen geprägt. Viele Linke von heute wissen das nicht und verwenden den Spruch als eigenes, linkes Motto.

Und konservativ waren die Nazis auch nicht. Sie wollten ganz sicher nicht die bestehende Gesellschaftsform bewahren, ganz im Gegenteil, die war ihnen verhasst ohne Ende. Dafür hatten sie eine Utopie, die sie installieren wollten: Sie wollten eine neue Welt mit neuen Menschen darin.

Aber so richtig links waren die Nazis dann doch nicht. Kein Nazi würde auch nur im Traum daran denken, dass alle Menschen gleich sind oder gleiche Rechte haben. Und auch Freiheit des Individuums kam nicht in Frage. Einschränkend muss man aber sagen, dass sie Gleichheit innerhalb des eigenen Volkes sehr wohl propagierten (siehe oben, Niederreißen der Klassenschranken). Und das mit der Freiheit, das schrieb ich schon, ist kein linkes Alleinstellungsmerkmal. Zumal ja viele linke Herrschaftssysteme, insbesondere die Modelle Russland und China so autoritär waren, dass es kaum noch zu überbieten ist.

Auch der Rassismus, Nationalismus, Imperialismus ist nicht unbedingt ein Zeichen für Anti-Links. Gerade die frühen Linken ab 1789 waren bis weit ins 20 Jahrhundert hinein durchaus rassistisch, nationalistisch bis sogar imperialistisch. Gleichheit ja, aber bitte erst mal innerhalb der eigenen Nation, und wenn das gefestigt ist, dann vielleicht die dummen Nachbarn mit unserer großartigen Ideologie beglücken. Und wenn die sich nicht so beglückt zeigen wie erhofft, haben wir Kanonen und Gewehre. Möchte man heute gar nichts mehr von wissen, ist aber so.

Wie die Nazis auftraten, das Totalitäre, Menschenverachtende, Grausame, Militaristische, das ist auch nicht typisch Rechts, das ist universell. Jeder Machthaber, egal welcher Ideologie angehörend, ist ständig in Versuchung, sich machtsichernder Maßnahmen zu bedienen. Da bieten sich an: Gleichschaltung der Medien, Schulen, Meinungen, Verfolgung Andersdenkender, Gewalt. In der Hinsicht schenken sich Linke und Rechte nicht viel, wie ein Blick ins Geschichtsbuch zeigt. Was die Nazis vielleicht so besonders macht, ist ihre erbarmungslose, jede Menschlichkeit ignorierende Konsequenz. – Wenn man bitterböse ist, kann man das als Schattenseite der berühmten deutschen Gründlichkeit sehen.

Bisher lautet die Diagnose relativ klar: Die Nazis waren tatsächlich links.

Und dennoch: Wenn man nun die Nazis mit den Linken von heute vergleicht, liegen zwischen ihrer Ideologie Welten. Man könnte sagen, sie sind Todfeinde. Wie ich schon zu Beginn schrieb: Die Dinge wandeln sich im Lauf der Zeit. Ich komme darauf gleich zurück.

 

Nachkriegszeit etc.

Nach dem 2. Weltkrieg blieb in Deutschland (bzw. Westeuropa) der Kapitalismus das etablierte Wirtschaftssystem, und so blieb „rechts“ bei den Kapitalisten und „links“ bei den Marxisten. Links war die SPD, die die Interessen der ausgebeuteten Arbeiter vertrat, rechts die CDU/CSU. Ganz grob vereinfacht. Speziell in Deutschland setzte sich ein Hybrid durch namens soziale Marktwirtschaft. Der Kapitalismus durfte den Wohlstand erabeiten, war aber eingehegt durch Kartellrecht, Arbeitsrecht und Sozialstaat.

In Osteuropa und einigen Asiatischen Staaten versuchte man sich am Kommunismus, heraus kamen dabei in der Regel blutige Diktaturen bei katastrophaler Misswirtschaft. Einen funktionierenden Kommunismus hat noch nie jemand hinbekommen. Anhänger von Marx sind bis heute der Ansicht, das läge nur daran, dass diese Versuche ja allesamt gar kein richtiger Kommunismus gewesen seien.

Gegenwart

Die SPD hat die Interessen der Arbeiter und Benachteiligten mittels der „Agenda 2010“ verraten und sich auf die Seite der globalisierenden Unternehmen gestellt. Die Unterstützung für Banken und Unternehmen zeigen eigentlich generell einen Drift nach Rechts im Lande an. Der Kapitalismus scheint stärker denn je zuvor, die Reichen werden immer reicher. Die Rolle der Linken mit marxistischer Utopie hat nun die gleichnamige Partei.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn parallel zu diesem Rechtstrend gibt es gleichzeitig einen Linkstrend, und dessen Auswirkungen sind nicht minder gravierend.

Der Linkstrend zeigt sich in einer fast schon religiös überhöhten Dogmatisierung der Egalité und einer Dämonisierung von „Rechts“. Beleuchten wir Letzteres zuerst:

Es will sich heute kaum noch jemand öffentlich rechts nennen, denn Rechts ist zu einem Synonym für böse und nazihaft mutiert. Um als böse zu gelten, muss man nicht mal „rechtsradikal“ oder „rechtsextrem“ sein, nein einfach „rechts“ reicht völlig aus. Mit derselben Hysterie, wie jemanden im Mittelalter der Hexerei zu bezichtigen oder in den 50ern als Kommunist. Wenn jemand als rechts abgestempelt ist, mit dessen Argumenten braucht man sich nicht mehr auseinanderzusetzen. Den muss man nur mundtot machen.

Aus meiner Sicht liegt das daran, dass die Linksideologen, namentlich die sogenannten Alt-68-er, es geschafft haben, die Schaltstellen der Macht und vor allem der Medien zu besetzen. Das hatten sie 1968 geplant, als den sogenannten „Marsch durch die Institutionen“, und wir dürfen ihnen gratulieren: Es ist ihnen tatsächlich gelungen.

Was die Egalité angeht, so sehen wir Folgendes: Dass alle Menschen grundsätzlich die gleichen Rechte haben oder haben sollten, ist inzwischen zum Konsens in nahezu allen politischen Lagern geworden. Es gibt kaum noch Verfechter von Rassismus, Homophobie oder Patriarchat.

Das ist es, was die Linken von heute und die Nazis zu Todfeinden machen würde. Wenn sie im gleichen Zeitalter leben würden. Und zugleich wären auch die Rechten von heute in diesem Sinne Todfeinde der Nazis.

Diese grundsätzliche Gleichheit ungeachtet Hautfarbe, Geschlecht und Sexorientierung geht den Linken von heute jedoch nicht mehr weit genug, sie haben ihre Position noch einen Schritt weiter hinaus geschoben: Sie sind der Überzeugung, dass alle Menschen gleich behandelt werden müssen, ungeachtet jedweder Eigenschaft. Also auch ungeachtet ihrer Bildung, Kultur, Religion, Weltanschauung, Vorstrafen, usw. Sie wollen statistische Gleichheit haben. Gleich viele Männer und Frauen in jedem Beruf, zum Beispiel. Oder in Parteien, Vereinen, Familien. Ebenso gleich viele Behinderte wie Nichtbehinderte, Ausländer wie Inländer, Schwule wie Heteros, usw.

Wo diese statistische Gleichheit nicht von selbst erreicht ist, soll der Staat eingreifen. So kommen die Frauenquoten zustande, die Behindertenquoten, die Verherrlichung sexueller Ausnahmeerscheinungen und auch die kindliche Frühsexualisierung, denn es soll zwischen Kindern und Erwachsenen auch kein Unterschied mehr sein.

Falls jemand der Ansicht ist, dass hier längst die rote Linie zum Wahnsinn überschritten wurde, will ich nicht widersprechen.

 

Was bedeutet also links und rechts?

Wir können abstrahieren, indem wir den gemeinsamen Nenner von links und rechts betrachten: Revolution vs Bestandserhaltung, Gleichheit vs Ungleichheit.

Rechts bedeutet Konservativismus. Die bestehende Gesellschaftsform soll im Kern nicht angetastet werden. Kleine Verbesserungen gerne, aber nichts soll zu einer grundsätzlichen Veränderung führen. Sei es, weil die bestehenden Verhältnisse als gut empfunden werden oder sei es, weil man Angst vor dem Neuen, Unbekannten hat.

Die zahlreichen linken Ideologien haben als gemeinsamen Nenner das revolutionäre Element, also dass sie die bestehende Gesellschaftform durch ein neues, am Reißbrett geplantes Konstrukt ersetzen wollen. Durch eine sogenannte Utopie, üblicherweise ein „Paradies auf Erden“, in dem alle Menschen gleich sind. Weil das mit den real existierenden Menschen in der Regel nicht zu realisieren ist, ist ein immer wiederkehrendes Element auch die Umerziehung der Gesellschaft.

Die Linken von heute glauben immer noch an die Überlegenheit von Marx‘ Ideen, desweiteren glauben sie immer noch, dass Deutschland voller Rassisten (Nazis) sei. Und deshalb muss die Gesellschaft zum „Guten“ bekehrt werden, umerzogen, auch gegen ihren Willen, wenn nötig. Kurzum: Zerstört.

Nun verlieren manche Linken bisweilen die Utopie aus den Augen und focussieren sich nur auf die Zerstörung des Bestehenden. Der Hass auf die eigene Gesellschaft, der manchen Linken zu eigen ist und offen zur Schau getragen wird, ist bisweilen gruselig.

Und wie gesagt: Diese Linksmenschen, die das vertreten, sind an die Macht gekommen und haben begonnen, ihre Utopien in die Wirklichkeit umzusetzen. Sie erlangten die Macht nicht durch eine spezielle Partei, die gewählt worden wäre, sondern indem alle Schlüsselpositionen in Medien und Universitäten mit Linken besetzt wurden. Es ist ziemlich egal, welche der größeren Parteien man derzeit wählt, man entkommt dem linken Programm der Zerstörung der Gesellschaft nicht.

Tatsächlich sind in der Flutung des Landes mit Flüchtlingen durchaus Links-68er Ideen von einer „Verdünnung“ der einheimischen Bevölkerung bis Auslöschung der verhassten Nazi-Gesellschaft zu finden. Die Befürworter unbegrenzter Einwanderung sind links, ihre Gegner sind rechts. Das kann man durchaus noch stehen lassen. Nur, dass die Rechten deswegen Rassisten und Menschenhasser seien, ist eine linke Erfindung bzw. ein linker Aberglaube. Ein Wahn. Oder vielleicht auch nur Taktik. Wie gesagt: Wen man als Rassisten und Nazi hinstellen kann, mit dessen Argumenten muss man sich nicht mehr auseinandersetzen.

Auch bei der Wahl ihrer Mitglieder, Mittel und Verbündeten waren die Linken schon immer wenig wählerisch. Sie verbünden sich mit jedem, der dabei hilft, die momentane Gesellschaft zu zerstören. So erklärt sich auch, warum der Islam so hoch im Kurs bei den Linken steht, obwohl der Islam ein Todfeind aller aber wirklich aller linken Ideale ist. Die Linken stehen für Muslime tiefer als die Tiere und hängen als erstes von den Baukränen, falls das Land islamisiert werden sollte.

Die EU ist in ihrer endgültigen Form, nämlich einer europäischen Zentralregierung, auch eine linke Utopie. Ein vereinigtes Europa führt keine Kriege mehr mit sich selbst. Und überhaupt sind Nationalstaaten in den Augen der modernen Linken nazi und rassistisch und rechts und überhaupt. Dass durch Zentralisierung auch Demokratie verlorengeht, ist unwichtig. Demokratie ist kein linkes Ideal. Ein Volk aus Rassisten, die zum Marxismus umerzogen werden müssen, weiß doch gar nicht, was gut für sich und die Welt ist, entsprechend wäre es verheerend, es entscheiden zu lassen. Linke sind arrogant.

Nicht umsonst wurde für die modernen Linken den Begriff des „Gutmenschen“ erfunden. Was keineswegs ein Kompliment ist. Als Gutmensch gilt, wer behauptet, im Namen von Moral und Menschlichkeit und Gerechtigkeit zu reden und zu handeln, dabei jedoch bestenfalls unrealistische bis dumme Vorstellungen von der Welt hat, und schlimmstenfalls von Hybris erfüllt Andersdenkende verfolgt und eliminiert.

Fazit:

Der ständig beschworene links-rechts-Konflikt verschleiert, dass rechts und links eigentlich inzwischen vollkommen unzureichend sind, um einen politischen Standpunkt zu beschreiben. Man kann in manchen Themen links und in anderen wieder rechts sein. Und manche wesentlichen Details, wie zum Beispiel ob man für oder gegen Gewalt bei der Durchsetzung von Zielen ist, haben gar nichts mit links oder rechts zu tun.

Getreu der Regel, dass das Gegenteil einer schlechten Eigenschaft wieder eine schlechte Eigenschaft ist, führen sowohl linksextreme als auch rechtsextreme Standpunkte zu katastrophalen Ergebnissen. Eine Gesellschaft braucht sowohl bewahrende wie auch erneuernde Kräfte, um sich sinnvoll zu entwickeln. Nehmen die bewahrenden Kräfte überhand, kommt es zu wissenschaftlichem und kulturellem Stillstand. Nehmen die zerstörenden/neuordnenden Kräfte überhand, kommt es zu Chaos und Kollaps.

Die Gleichheit bzw. Gleichberechtigung ist auch nicht so klar und einfach, wie man sich das denkt. In manchen Punkten sind die Menschen vielleicht gleich, in manchen nicht. Einseitig-ideologische Standpunkte sind immer falsch.

Ist zum Beispiel Gleichheit eher erfüllt, wenn jeder dasselbe verdient, egal wie viel er arbeitet, oder ist die Gleichheit eher erfüllt, wenn er pro Arbeitsstunde dasselbe bekommt? Sind ein Buddhist und ein Neonazi gleichermaßen geeignet, wenn es darum geht, ein politisches Amt zu besetzen? Soll einer, der nicht rechnen kann, Mathematiklehrer werden dürfen?

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From → Politik

5 Kommentare
  1. Warum ich ein Rechter bin

    Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt beschreibt die Okkupation des politischen Spektrums durch die Funktionselite in Politik und Medien zutreffend:

    „Sehr viele Medien und ein Großteil der Politiker verstehen sich als Verteidiger folgenden bundesdeutschen Konsenses: Linke Positionen sind gut, mittige auch; alles rechts der Mitte ist aber problematisch, weil es dann gleichsam einen unwiderstehlichen Sog hin zum „Rechtspopulismus“, Rechtsextremismus und Nazismus gibt. Was sich rechts der Mitte artikuliert, ist also vermutlich falsch und tendenziell feindlich und was man als klar rechts erkennt, das ist dann auch schon faschistisch.“ (Junge Freiheit 5/15, S. 3)

    Wie definiere ich „Rechts“ und „Links“?

    „Rechts“ ist eine notwendige und Symmetrie wahrende Position innerhalb des politischen Spektrums: linksextrem – linksradikal – links – (Mitte) – rechts – rechtsradikal – rechtsextrem
    Ich habe die „Mitte“ in Klammern gesetzt, weil diese für mich eine nicht greifbare Position ist. (Vielleicht in der Art „ein bisschen schwanger“. Aber darüber kann man gewiss streiten.)

    „Rechts“ bedeutet für mich: eigenverantwortlich, leistungsbereit, für die Freiheit des Individuums eintretend (Individualismus), die kulturelle Identität wahrend, gegen Gleichmacherei von (biologisch) Ungleichem, gegen staatliche Gängelung und patriotisch. Rechts unterstellt immergültige Werte, die verteidigt werden müssen. Manche nennen das konservativ. Rechts heißt, den Menschen so akzeptieren wie er ist und auf dieser Basis die Welt vernünftig zu gestalten. Rechts sieht gewachsene Traditionen und die Solidarität in der Kleingruppe (bis hin zum Nationalstaat) als soziale Stabilitätsanker und als biologisch getrieben.

    „Links“ definiere ich im Prinzip als dogmatischen Egalitarismus bzw. Kollektivismus. Der Einzelne muß sich dem Kollektiv unterordnen. Das Kollektiv (Staat) entscheidet, was für das Individuum „gut“ ist. Stets müssen „Benachteiligte“ auf Kosten der Mehrheit gefördert werden. Jede Mehrheit, jeder Unterschied ist verdächtig, unerwünscht und bekämpfungswürdig. Jeder Unterschied muß ausgeglichen werden. Das Verfolgen deutscher Interessen ist unerwünscht. Stattdessen werden die Interessen einer fiktiven, tatsächlich nicht existierenden „Nation“ Europas vertreten. Im wirtschaftlichen Bereich z.B. bedeutet das, dass die „Verteilungs-Gerechtigkeit“ im Vordergrund steht, nicht aber das das Leistungsprinzip.
    Die Linken sind sich bewußt, daß dies einen „neuen“ Menschen verlangt, der durch entsprechende „Schulung“ (d.h. Indoktrinierung) erreicht werden soll. (Siehe Hitler, Stalin und Mao.)
    „Links“ glaubt sich im moralischen Vorteil, weil es das „Gute“ erzwingen will, koste es was es wolle. „Rechts“ akzeptiert Strukturen, die es als praktisch unverrückbar betrachtet.

    Aufgabe der Rechtsintellektuellen muß es in den nächsten Jahren sein, die Definitionshoheit über wichtige politische Begriffe, die gekapert und umgedeutet (braun = rechts) wurden, zurückzugewinnen.

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