Skip to content

Frauenquoten

by - 19. April 2013

Die Nachrichten sind gerade voll von Berichten über die politischen Schachzüge rund ums Thema Frauenquote in der Wirtschaft. Im Augenblick ist der Kelch aufgrund der Korruptheit der Politiker an uns vorbeigegangen. Erst mal. Die Diätenverzehrer sind sich offenbar sehr sicher, dass Privatfernsehen und Bildungsabbau die Wählerhirne in den letzten 30 Jahren so zersetzt haben, dass ihnen dieses unwürdige Schauspiel bei den nächsten Wahlen keinen Schaden eintragen wird. Und leider haben sie damit wahrscheinlich recht.

Gut, lassen wir für den Augenblick den zutiefst kariösen Zustand unserer Demokratie, hier soll es kurz darum gehen, inwieweit wir eine Frauenquote brauchen und welche Perspektiven man in der Debatte einnehmen kann.

Perspektive 1, das Prinzip: Ich bin zwar nur ein Mann, was für manche ja an und für sich schon ein Delikt ist, aber ich bin schon immer ein Befürworter der Gleichberechtigung der Geschlechter gewesen. Bin auch für solche Sachen wie gleichgeschlechtliche Ehe zulassen usw.  Allerdings betrachte ich eine Frauenquote als Diskriminierung des Mannes. Ich betrachte auch in Stellenausschreibungen den Satz „Frauen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt“ als diskriminierend. Wobei das eh praxisfern ist, denn es gibt keine zwei Menschen mit der gleichen Eignung, insofern kann diese Regel theoretisch nie in Kraft treten. Theoretisch. Ich bin absolut und heißen Herzens dafür, dass jeder Mensch in unserem Land dieselben Chancen erhält, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Haarfarbe etc. Das bedeutet aber auch, dass man ungestraft ein Mann sein darf. Und dies sehe ich inzwischen als gefährdet.

Perspektive 2, der Natur nachhelfen: Verfechter der Frauenquote bringen gerne das Argument an, dass Frauen genau dieselben Fähigkeiten besitzen wie Männer. Würden Stellen also tatsächlich rein nach den Fähigkeiten vergeben werden, müsste es ganz ohne Gesetze und Vorschriften eine Frauenquote von 50% geben. Aber die bösen Männer stellen ja bevorzugt andere Männer ein, und deswegen müssen sie quasi gezwungen werden, ihre Diskriminierung aufzugeben. In die gleiche Kerbe schlagen auch die Leute, die darauf herumreiten, dass Frauen für dieselbe Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer etc. Hierbei handelt es sich jedoch um gefährliche Halbwahrheiten. Beginnen wir mit dem, was stimmt: Die natürliche Frauenquote in geschlechtsneutralen Berufen liegt deutlich unter 50% und berufstätige Frauen verdienen weniger im Durchschnitt als berufstätige Männer. Und was stimmt nicht? Der ganze Rest. Frauen werden bei Stellenausschreibungen nicht diskriminiert. Die einzige Ausnahme dürfte die versiffte katholische Kirche darstellen, aber die lassen wir mal außen vor. (Obwohl – warum macht sich eigentlich gerade da keiner für eine Frauenquote stark?) Wo waren wir doch gleich? Ach ja. Also. Frauen kriegen Kinder, und dieser Umstand führt in der Regel zum Karriereknick. Karriere wird unterbrochen (oder beendet), Berufserfahrung nicht gesammelt, Fortbildungen nicht besucht. Resultat: Durchschnittsfrau weniger qualifiziert als Durchschnittsmann, schlechtere Berufsschancen und geringerer Verdienst. Bums, aus, so einfach ist das. Und obwohl es nicht erforderlich wäre, gibt es noch einen zweiten Faktor. Sehr viele Frauen interessieren sich gar nicht für gewisse männlich dominierten Berufe. Da sind sie dann natürlich unterrepräsentiert. Merke: Kinderlose Frauen mit Ehrgeiz haben keine Probleme, überall Fuß zu fassen wo sie wollen. So siehts aus. Insofern sind für mich alle die, die eine Frauenquote wollen, zugleich auch die, die einer Frau nicht zutrauen, ihre Ziele aus eigener Kraft zu erreichen. Und deswegen bin gerade ich, der ich Frauen für tatsächlich genau so intelligent und geschickt halte wie Männer, absolut dagegen. Damit werden falsche Zeichen gesetzt. Viel sinnvoller wäre es, Frauen in der Unterbringung ihrer Kinder besser zu unterstützen. Das Konzept der Großfamilie ist leider für uns Deutsche tot, also müsste sich der Staat dessen annehmen. Stattdessen zahlt der noch dafür, wenn frau KEINEN staatlichen Kinderplatz beansprucht. Was ist denn das für eine schizophrene Einstellung? Einerseits Frauenquote, aber andererseits Herdprämie? Aber gut, das ist ein anderes Thema.

Perspektive 3, die Wirtschaft braucht mehr Weiblichkeit: Der Grundgedanke hier ist der, dass Frauen in Führungspositionen alles zum Guten wenden, weil sie mehr und offener diskutieren, empfänglicher für Innovationen sind, und es soll ja auch wissenschaftliche Studien geben, die beweisen, dass Frauen gut für die Unternehmensökonomie sind. Was ist davon zu halten? Nun ja, es gibt ja auch Fotos vom Yeti, die beweisen … halt, ich verkneife mir den Sarkasmus an dieser Stelle. Im Prinzip handelt es sich hier um das einzige Argument, das eine Frauenquote tatsächlich rechtfertigen könnte. Wenn es denn wahr wäre. Nur wie finden wir das heraus? Die wissenschaftlichen Studien sind ja ein dankbarer Ansatz, aber andererseits: Traue nur der Statistik, die du selbst … undsoweiter. Mit meinem Weltbild deckt es sich jedenfalls nicht. Ich bin tatsächlich der Ansicht, dass Männer und Frauen von derselben Art sind, und der Unterschied zwischen den Individuen gleichen Geschlechts wesentlich größer ist als der Durchschnittsunterschied zwischen den Geschlechtern. Aber gut, mein Weltbild ist nicht das Maß der Dinge, ich hab auch ein logisches Argument, und das entlehne ich aus dem Buch „Sind Frauen die besseren Menschen?“: Wenn wir annehmen, dass Frauen besser für ein Unternehmen sind, dann müsste es sich für jedes Unternehmen auszahlen, möglichst viele Frauen einzustellen, ganz ohne Quote. Und die Unternehmen, die mehr Frauen haben – oder gar nur aus Frauen bestehen – müssten auch die erfolgreicheren Unternehmen sein. Aber genau dann brauchen wir die Frauenquote doch auch wieder nicht, oder?

Advertisements

From → Diverse Themen

One Comment

Trackbacks & Pingbacks

  1. Rassismus | Querdenker

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: