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Nur ganz normale Irre

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Interessant ist übrigens, mit welcher Selbstverständlichkeit bzw. welchem Selbstbewusstsein Gläubige fordern, dass man ihre subjektiven Erkenntnisse akzeptieren solle.

Wenn es einen Gott gäbe, und ich dem begegnen würde, müsste ich erst mal für mich selber klären, ob ich nicht an Schizophrenie erkrankt bin, und wenn das geklärt wäre, wäre mir weiterhin eines völlig klar: Jeder, dem ich davon erzählen würde, würde mich erst mal für verrückt halten, ich müsste also erst einmal einen Weg finden, wie ich mich ganz vorsichtig mitteilen kann, um diesen Effekt zu minimieren, und vor allem würde ich den Standpunkt dessen, der ein solches Erlebnis nicht hatte, respektieren, denn warum sollte er mir denn glauben? Dazu hat er gar keinen Grund!

Schon gar nicht käme ich auf die Idee, ihn wegen seiner Skepsis als „ignorant“ oder „verdorben“ zu bezeichnen, wie bescheuert wäre das denn?

Stichwort „bescheuert“: Ich bin ausgehend vom Auftreten von vielen Gläubigen ziemlich sicher, dass die eine Psychose haben. Eben weil sie nicht wie normale Menschen auftreten, die Unglaubliches gesehen haben; nicht wie normale Menschen, die Unglaubliches zu berichten haben, sondern einfach wie ganz normale Irre.

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Religion die x-te

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Vielleicht hätte ich Priester werden sollen?

Ich habe schon als Kind begriffen, dass mit dem „Glauben“ irgendwas nicht stimmt, und fühlte mich damit nicht wohl. Damals kannte ich nur die (katholische) Kirche.

Als ich in Kontakt mit Freikirchen und den Zeugen Jehovas kam, erfuhr ich, dass es noch sehr viele Stufen bekloppter geht als das, was ich ohnehin schon als dumm und der Welt der Erwachsenen als nicht würdig empfunden hatte.

Ich habe mich viel mit philosophischen Fragen beschäftigt, und ich hatte da wohl das Glück, die richtigen Leute um mich herum gehabt zu haben, einschließlich hochgebildeter Klassenkameraden in der Schule.

Ich will nicht meine halbe Biographie und meine ellenlangen Gedankenketten hier ausbreiten, ich teile euch hiermit nur das Endergebnis mit, zu dem ich nach 50 Jahren freien Denkens gekommen bin:

Religion ist ein Defizit. Ich liebe Fantasy, Sagen, Märchen, Marvelfilme. Aber ich kann die Welt der Fiktion von der Welt, in der ich lebe, unterscheiden, und Religion ist in ihrem Kern ganz exakt das Fehlen dieses Unterscheidenkönnens.

Religion ist die Pest. Sie verdreht Geist und Ethik der Menschen und behindert ihr Vorankommen. In grauer Vorzeit mochte sie eine Funktion gehabt haben, heute ist sie wie ein Blinddarm. Nutzlos, aber gefährlich, wenn er sich entzündet. Es ist absolut nichts Schützenswertes an Religion, und wenn ich das Sagen hätte, würde ich alle Mittel von Bildung, Erziehung und Politik, die mir zur Verfügung stünden, nutzen, diese Krankheit der Menschheit auszurotten.

Es gibt auch Religionen ohne Götter und Jenseits. Im strengen Sprachgebrauch sind sie nicht Religionen zu nennen, sondern Ideologien. Der Kommunismus, der Nationalsozialismus, der Kampf gegen Rechts und jetzt die Klimahysterie – das sind alles in ihren neurologischen Grundlagen ebenso Religionen wie Christentum, Islam, etc. Wenn man dem Menschen, der nicht frei zu denken gelernt hat, eine Religion entzieht, indem man sie entlarvt, sucht er sich eine andere. Entlarvt man diese, sucht er sich wieder eine neue – oder wendet sich einer bereits entlarvten erneut zu!

Wir hatten zum Ende des 20. Jahrhunderts das nervige Christentum schon auf halbem Wege entsorgt, und das war sehr gut so. Es wurde jedoch ein Vakuum hinterlassen, das nicht mit Philosophie gefüllt wurde. Man hat versäumt, das freie Denken zu lehren. Die Menschen werden sich der Religion wieder zuwenden – tun es ja schon längst wieder -, und wir können dagegen wenig tun.

Der Islam bzw. die Islamisierung ist in der Hinsicht tatsächlich im Moment nicht einmal meine Hauptsorge. Findet statt und wird wahrscheinlich das finale Verderben des Westens werden, aber die stärksten gesellschaftszersetzenden Kräfte kommen jetzt noch von einer ganz anderen Seite.

Die Kirche? Ja, der Kirche laufen die Schäfchen im Moment weiterhin davon. Die könnte am Ende sein, jedenfalls in Deutschland. Allerdings wird dieses Ende noch sehr lange dauern, denn die Kirche hat nahezu unbegrenzte Geldmittel und sie profitiert von Gesetzen und Verordnungen, die sie mit Macht versorgen und eigentlich grundgesetzwidrig sind, aber das schert niemanden.

Die Kirche paktiert übrigens mit dem Islam, denn für sie ist Islamismus immer noch besser als Atheismus.

Mein Hauptkritikpunkt an der Kirche ist, dass ihre Entmachtung, die doch so gut lief, zum Stillstand gekommen ist. Ein ganz kleines Bißchen habe ich vielleicht tatsächlich Angst, dass sich dieser Prozess wieder umkehren könnte. Es werden immer noch religiös bedingte Kündigungen von Arbeitnehmern ausgesprochen, obwohl das eigentlich schon längst nicht mehr sein dürfte.

Ich frage mich natürlich, ob die Maßnahmen zur Heilung der Menschheit von Religion, wie ich sie mir vorstelle, überhaupt funktionieren würden. Religion scheint im neurologischen Programm des Menschen fest verdrahtet zu sein, religionsfreie Menschen wie ich sind möglicherweise lediglich vereinzelte Mutationen. Erfreulicherweise immer wieder auftretend aber bdauerlicherweise sich nicht durchsetzend.

In dem Fall müsste man, bevor man die Menschen auf kalten Entzug setzt, eine Ersatzreligion konstruieren. Eine, die harmlos ist und möglichst viele Prinzipien der Vernunft inkorporiert. Die Konstrukteure dieser Religion wären freilich Atheisten, und sie wären so etwas wie eine kleine Elite, die ihr Geheimnis bewahren und das Heft des letzten Wortes in Entscheidungen in der Hand behalten müsste.

Und wie ich so über derlei nachdachte, fielen mir Parallelen zur Kirche auf. Ich hege schon lange den Verdacht, dass die Obersten der Kirche gar nicht mal so dumme Männer sind, und dass viele von ihnen sehr genau wissen, was für einen Bullshit sie ihren Schäfchen verkaufen. Und ich glaube, sie sind zugleich davon überzeugt, dass ihre Lügeninstitution eine wichtige Rolle darin spielt, das Tier im Menschen unter Kontrolle zu halten und so einen Teil zum Weltfrieden und zu Humanitarismus beizutragen.

Wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich vielleicht Priester werden sollen.

Über Homophobie

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Heute im Radio: „Es ist eine bewusste Entscheidung, ob man etwas gegen Schwule und Lesben hat!“

Homophobe sind böse Menschen, soll damit gesagt werden.

Damit bin ich nicht einverstanden, der Satz ist aus meiner Sicht eigentlich schon wieder Hetze. Es besteht hier massiver Aufklärungsbedarf.

Wie die meisten Phobien, wie z.B. Arachnophobie (Angst vor Spinnen), ist Homophobie eine Art unbestimmte, nicht begründbare Angst bzw. Ekel. Ich selbst bin übrigens auch nicht zu 100% frei von beidem. Ich empfinde sowohl ein Unwohlsein beim Anblick vielbeiniger Krabbler als auch ein Unwohlsein beim Anblick sich küssender Männer. Woher das kommt, kann keiner genau sagen. Die bewusste Entscheidung ist es eher, diese Angst nicht handlungsbestimmend werden zu lassen bzw. dagegen anzukämpfen.

Wenn ich eine Spinne im Haus habe, kann ich mich dazu überwinden, sie an den Beinen zu packen und unversehrt an die frische Luft zu setzen, und wenn ich küssende Männer sehe, kann ich mich dazu überwinden, nicht wegzusehen und äußerlich völlig unbeeindruckt zu bleiben. Ich kann mit solchen Männern reden und ihnen die Hand geben. Ich kann ihnen sogar einen Job in meiner Firma geben und auf der Betriebsfeier mit ihnen trinken. Obwohl sie mir stets ein wenig unheimlich sind. Aber ich weiß, dass das ein Problem in meinem Kopf ist und nichts Objektives. Ich lasse diese Gefühle nicht handlungsbestimmend werden.

Wenn sich Menschen mit dieser grundsätzlichen Thematik nicht auseinandersetzen – und das ist der Normalfall, denn in Erziehung und Schule kommt das Thema nicht ausreichend vor – dann glauben sie, dass ihre Ängste etwas Objektives sind und sie ein Recht darauf haben, die Objekte ihrer Angst zu bekämpfen. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch legitim: Sie wollen eine Welt, in der die Dinge, die sie ekeln und ihnen Angst machen, nicht existieren. Das will doch letztlich jeder von uns!

Die Gesellschaft, die Politik, das Recht, die Sitten, sie haben die Aufgabe, einen Ausgleich zu schaffen, zwischen den Rechten derer, die etwas nicht wollen und den Rechten derer, die davon benachteiligt, ausgegrenzt, unglücklich gemacht werden.

Das Pendel schlägt, was viele Themen angeht, im Moment vielleicht gerade wieder etwas zu weit in die andere Richtung. Für das Schwulsein kann man nichts, und was man in seinen eigenen vier Wänden treibt, geht niemanden was an. Dass man Schwulsein nicht bestraft und Schwule nicht ausgrenzt, ist ein zivilisatorischer Fortschritt.

Auf der anderen Seite sollte das Schwulsein aber auch nicht dermaßen ins öffentliche Licht gedrängt und thematisiert werden, dass man als Homophober dem nicht mehr entrinnen kann. Denn auch Homophobie hat man sich nicht ausgesucht, auch darauf sollte Rücksicht genommen werden in einer Gesellschaft, in der die Menschen miteinander anständig und rücksichtsvoll umgehen.

Zur Causa Strache

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Dass das eine aufwendig organisierte Falle war, darin sind sich wohl ausnahmsweise alle einig. Dass die Grenzen der Legalität dabei überschritten wurden, ebenfalls.

Natürlich scheiden sich die Geister extrem daran, was daraus die Konsequenzen sein sollen. Oder hätten sein sollen. Die Gegner der FPÖ sind hochzufrieden, die Sympathisanten jammern, dass illegal gewonnenes Material aber doch nicht verwertet werden darf, dass andere Politiker das doch auch machen, usw.

Nun, mit Ruhm bekleckert hat sich Strache nicht. Wollen wir das mal klar sagen. Und dass er jetzt nicht mehr tragbar ist, weil sowohl sein Ansehen als auch das seiner Partei schwer beschädigt ist, muss man auch als gegeben abzeptieren.

Bei der Frage, wie das zu werten sei, stelle ich allerdings eine für mich schwer zu ertragende Bigotterie fest, und die auch teilweise aus konservativen Reihen. Strache wird aufgrund einiger aus dem Gesamtzusammenhang gerissener Äußerungen zum Bösewicht gemacht.

Ich bitte, hier gut aufzupassen, ich will nicht sagen, dass Strache KEIN Bösewicht ist, ich will lediglich die Art und Weise der eiligen Vorverurteilung seiner Person kritisieren.

Denn ob er tatsächlich etwas Böses GETAN hat, das wird ja jetzt erst noch zu klären sein. Soweit sind wir ja gar nicht! Und für die Frage, ob er wirklich etwas Böses VORHATTE, sehe ich die Auswertung von Bruchstücken von weinseligen Äußerungen im privaten Kreise als hochproblematisch. Im Privaten redet nämlich jeder schon mal „Scheiße“, und ich bin davon keine Ausnahme.

Dass man solche heimlichen Aufnahmen nicht anfertigen darf und die dann vor Gericht als Beweismittel nicht zugelassen sind, hat schon seinen tieferen Grund.

Was man im Endeffekt MACHT, ist das Entscheidende.

Hier wäre ja auch gleich die Verifikationsmöglichkeit gegeben gewesen, ob Strache was Böses gemacht hat. Das Video stammt aus der Zeit, wo er noch keine Macht hatte, in den letzten 2 Jahren hatte er sie dann, und jetzt könnte man ja mal nachforschen, ob er irgendwelche Unregelmäßigkeiten begangen hat.

Wenn man da was entdeckt, dann wehe, wehe. Aber Strache ist bereits weg vom Fenster, die Koalition ist praktisch geplatzt, Neuwahlen sind angesetzt, und das ohne überhaupt mit irgendeiner Ermittlung auch nur angefangen zu haben.

Ich sag’s noch mal: Was man im Endeffekt MACHT, ist das Entscheidende.

Und was unsere Politiker so alles machen, das ist ja tagtäglicher Gegenstand dieses Blogs und vieler anderer.

Aber es ist nun mal Fakt, dass Leute in erster Linie über das stolpern, was sie sagen oder andere über sie sagen, und nicht darüber, was sie machen. Darum gibt in unserer Gesellschaft auch keiner gerne Fehler zu, denn auch wenn der Psychologe in der Frauenzeitschrift sagt, dass es ein Zeichen menschlicher Größe sei, Fehler zuzugeben, so wird das doch in den seltensten Fällen gedankt.

Was einige unserer Politiker so sagen, ist teilweise auch jenseits des Erträglichen, aber die Nichtkonsequenzen davon sind wiederum die Frage nach der Deutungshoheit. Ich finde das äußerst interessant, was sich Leute wie Merkel, Juncker, Schröder, Roth und viele andere so erlauben können, ohne ihren Hut nehmen zu müssen.

Die neulinken Deutungsmajestäten nutzen ja die Gunst der Stunde auch gleich, um die konservativen Parteien ALLER westeuropäischen Länder in den Dreck zu reden.

Wie auch immer, eine für die konservative Seite wichtige Figur ist vom Schachbrett genommen worden, und der Import von Fachkräften und Goldstücken geht ungehemmt weiter. Das ist die einzige Aussage, die unterm Strich zählt. Insofern ein schwarzer Tag für Europa.

Zwei Probleme im Kampf gegen den Totalitarismus

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Es heißt immer, man müsse aus der Geschichte lernen und aus der deutschen ganz besonders, weil die Jahre von 1933-1945 sich nie wiederholen dürfen.

Dem stimme ich zu und klage hiermit an, dass eben das nicht passiert ist und wir in der Gegenwart deswegen die Anfänge eines neuen Totalitarimus erleben. Und trotz aller „Geschichtsbildung“ die meisten Leute den Elefanten im Zimmer nicht sehen.

Problem Nummer eins ist, dass der NS-Totalitarismus nie in einer Weise verarbeitet und reflektiert wurde, die seine grundlegenden Strukturen und Mechanismen sichtbar macht, auch im Vergleich zu anderen totalitären Diktaturen.

Indem man den Nationalsozialismus in den Bildungseinrichtungen und Medien jahrzehntelang als etwas Singuläres (Einzigartiges) definiert und gelehrt hat, indem man eine offene Diskussion darüber als böse brandmarkte und sogar ein spezielles Gesetz dazu erließ (§130), ist ein geradezu infantiler Umgang mit der Geschichte entstanden: Der Nationalsozialismus ist ein Inbegriff des absolut Bösen, und gut ist der, der möglichst viele und gegenteilige Ansichten zu denen der Nazis vertritt.

Die Methoden und Strukturen, und vor allem die psychologischen Abläufe, die überhaupt erst zur Machtergreifung führten und zum Mitmachen in der großen Kriegs- und Mordmaschinerie motivierten, sind bei den Nazis sehr gezielt – fast schon wissenschaftlich – weiterentwickelt worden, aber es gab sie auch schon lange vorher, wahrscheinlich schon immer. Pogrome, Hexenverbrennungen und viele andere Lnych-Ereignisse der Weltgeschichte, sowie auch die Weltreligionen dürften damit zu erklären sein. Und natürlich lassen sich die modernen Methoden, Massenbegeisterung bzw. Massenhysterien auszulösen, im Namen jeder anderen Ideologie genauso gezielt und wirkmächtig anwenden. Ob nun Sozialismus, Feminismus, Klimarettung, Weltrettung …

Aber das wurde nicht in der Schulbildung verankert, und somit eine große Chance auf tatsächliches Lernen aus der Geschichte vertan.

Natürlich gibt es vereinzelte Werke der Literatur, die derlei aufgreifen, wie „1984“ oder „Die Welle“, es gibt das Milgram-Experiment, und vieles mehr, aber das hat halt alles keinen flächendeckenden Eingang in den Standardunterricht gefunden.

Eine zweite Chance wäre gewesen, nach der Wiedervereinigung die Vorgänge in der DDR in dieser Hinsicht aufzuarbeiten, denn die hat die totalitären Methoden fortgeführt und weiter verfeinert.

Eine dritte Chance wäre nun, die ganz aktuelle Anwendung der totalitären Methoden in ihrer neuesten und weiter verfeinerten Ausprägung zu analysieren und verständlich zu machen, aber in meinen täglichen politischen Diskussionen merke ich doch, dass das ein unfassbar schwerer Weg ist.

Kommen wir zu Problem Nummer zwei. Und das ist noch viel schrecklicher.

Wenn man gegen den Totalitariamus ist, muss man die Menschen nicht nur befähigen, Totalitarismus zu erkennen, man muss sie auch dazu bringen, ihn abzulehnen. Und zwar generell, gleich ob braun, rot oder sonstwiefarbig.

Die Aufarbeitung des Nazi-Totalitarismus nach dem 2. Weltkrieg war auch in dieser Hinsicht nicht glücklich, allein schon deswegen, weil viele Altnazis ungestraft davonkamen und weiterhin Richter- und Beamtenposten bekleideten, vereinzelt sogar im Bundestag geduldet wurden.

Davon jedoch abgesehen, fühlen sich Menschen im Totalitarismus durchaus wohl, wenn der Totalitarismus zufällig gerade das macht, mit dem sie einverstanden sind. Ein ganz erheblicher Teil der Menschheit, so scheint es, tickt autoritär. Das scheint die Grundnatur zu sein. Ein totalitäres System, so es nur der guten Sache dient, wird daher als gut befunden. Wird wahrscheinlich nicht mal als totalitär oder autoritär gesehen, sondern lediglich als Ergebnis vernünftigen Denkens.

Selbst der Verfasser dieser Zeilen ist nicht frei davon, beim Gedanken an einen Totalitarismus, der seine Werte vertritt, Verführung zu empfinden.

Wobei es wirklich die Frage ist, ob man tatsächlich vielleicht nicht umhinkommen würde, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben, so man dazu die Gelegenheit erlangt. Ich komme bei meinen Überlegungen immer wieder auf ein recht drastisches Ergebnis. Das da lautet:

Der momentante Deutsche ist mehrheitlich dermaßen ideologisch verdummt und verhetzt, dass er seine eigene Unterdückung bzw. seinen eigenen Untergang bejubelt. Wollte man ihn retten, müsste man vorübergehend eine totalitäre Diktatur installieren, die ihm via Umerziehungsmaßnahmen gegen seinen Willen beibringt, was Selbsterhaltung und zugleich demokratische Werte sind. Diese totalitäre Diktatur würde sich, wenn die Umerziehung fruchtet, damit irgendwann selber auflösen. Und dann könnte man wirklich sagen, man hat etwas aus der Geschichte gelernt.

Ob das wirklich funktionieren würde, und ob man überhaupt je an einen solchen Punkt gelangen wird, das auch nur zu versuchen, ist mehr als unklar. Es wäre sehr wünschenswert, wenn ich mit mehr Leuten darüber offen diskutieren könnte. Offen im Sinne von „ohne ideologische Scheuklappen“.

Wie realistische Entwicklungshilfe aussehen könnte

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Der folgende Text stammt von einer Freundin, einfach mal spontan in einer Diskussion vom Stapel gelassen. Es hat mich überrascht, so etwas von ihr zu hören, und zwar sehr positiv. Ich habe ihr eine Rolle als Mitautor dieser Seite angeboten, was sie aber abgelehnt hat. Immerhin bekam ich ihre Genehmigung, ihre Worte hier zu veröffentlichen, aber ohne Namensnennung. Los gehts:

Vor allem frage ich mich bei denen, die über die Spendenbereitschaft für Notre Dame schimpfen, immer, was sie selbst eigentlich für die hungernden Menschen in der Welt tun … Rummeckern und andere, die Gutes tun, dafür zu kritisieren, ist ja viel einfacher, als es selbst besser zu machen. Vor allem vermisse ich bei sämtlichen Kritikern ein Konzept, wie man mit 800 Millionen den Hunger der Welt eindämmen könnte.

Millionen allein in ein Land zu werfen, wo Leute hungern, macht noch niemanden satt, weil man Geld nicht essen kann. Man müsste dann wenn schon ganz knallhart sein:

Braindrift aus armen Ländern wird verboten. Wer in seiner Heimat Ingenieur ist, kann nicht als Wirtschaftsflüchtling Asyl bekommen, sondern soll dort Brunnen bauen, falls es in seiner Heimat regelmäßig Dürren gibt.

Große Firmen aus Europa (z.B. Nestle & Co) die in Afrika Firmen errichten, sollten dazu gebracht werden, einen adäquaten Mindestlohn zu bezahlen, ansonsten bekommen sie keine Verkaufsgenehmigung in die EU.

Reine Lebensmittelspenden zerstören die bäuerliche Kultur – wenn die Leute Lebensmittel umsonst bekommen, kaufen sie nichts mehr beim Bauern. Und was nix kostet, wird nicht so sehr geschätzt wie das, für das man arbeiten muss. Bauern, die ihr Saatgut oder Vieh verlieren, sollten lieber zinslose Kredite mit moderater Rückzahlung bekommen, um sich neues Saatgut und neues Vieh zu kaufen, um ihren Laden wieder in Schwung zu bringen.

Wer nach Deutschland auswandern will, hat nur eine Chance, hier Aufnahme zu finden, wenn er beim Goethe-Institut vor Ort einen Deutschkurs belegt hat und nachweist, dass er über Fähigkeiten verfügt, die wir hier gebrauchen können. (Anmerkung von Fux: Da sollte noch irgendeine zusätzliche Bedingung sein, sonst führt aber wieder zu Braindrain.)

Wer hier studieren will, kann sich für ein Stipendium bewerben, mit der Maßgabe, nach Abschluss des Studiums für mindestens fünf Jahre in seine Heimat zurückzukehren, um das Land aufzubauen, falls er danach doch lieber in Deutschland bleiben will. Damit würde man Leuten, die hier evt. Familien mit Einheimischen gegründet haben, nicht verwehren, dauerhaft in D zu bleiben, aber fünf Jahre lang müssten sie zunächst in ihrer Heimat nachweisen, dass sie das hier umsonst vermittelte Wissen für ihre Landsleute einsetzen. Hinsichtlich der Arbeitsplätze müsste man überlegen, wie das geregelt wird – z.B. im Rahmen von Entwicklungshilfeprojekten, die wirklich sinnvoll sind – also eine Industrie aufzubauen, die ins Land passt.

Wer sich nicht an die Regeln hält, sondern seinen Pass wegwirft, Schlepper bezahlt und lügt, wird sobald die Lüge aufgedeckt wurde, postwendend zurückgeschickt und seine Fingerabdrücke werden hier dauerhaft gespeichert, weil er sich damit auch jeden legalen Weg verscherzt hat. Mit einer Mischung aus Strenge und wirkungsvoller Unterstützung kann man viel mehr erreichen als mit reinem Geld ohne Plan.

Ein gutes Beispiel, wie man ein komplett vernichtetes Land wieder zur führenden WIrtschaftslokomotive machen kann, bietet Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. Wären die Leute damals alle ausgewandert (was viele gern getan hätten, aber man ihnen nicht erlaubte – und gehungert wurde bis zur Währungsreform 1948 noch drei Jahre lang nach dem Krieg), wäre Deutschland noch immer in Trümmern. Aber man hielt die Leute im Land, gab aber später Kredite (Mashall-Plan – das war ein Kredit, der auch zurückgezahlt wurde, kein Geschenk, wie vielfach immer wieder behauptet wird) und förderte vernünftige Wirtschaftszweige. Man müsste schauen, was man von diesem Beispiel auf Afrika übertragen könnte. Da gäbe es bestimmt eine Menge.

Aber nur nach Geld zu jammern, ohne sich mal Gedanken darüber zu machen, wie das funktionieren soll, bringt gar nichts. Dann kann man die 800 Millionen lieber verbrennen, weil die nie bei den Hungernden ankommen oder sie maximal für ein paar Tage satt machen.

Notre-Dame und der Welthunger

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Gastbeitrag von Petra Sommerlad

Es reicht allmählich mit diesen ewig weichgespülten Dauerbetroffenen, die von nichts eine Ahnung haben, aber stets auf der linken Schulter, vornehmlich von Milliardären, sitzen und das verkörperte schlechte Gewissen darstellen.

Jüngstes Beispiel Notre Dame. Dieses Kirchengebäude ist nun nach Brand ziemlich ramponiert und da sind nun einige reiche Familien bereit etwas zum Wiederaufbau beizusteuern. Geld, viel Geld! Und zack, schon haben wir die tausendfach maulende Myrte auf dem Plan, die das Elend der Welt beklagt, und die alles entscheidende Frage stellt: „Warum retten wir nicht stattdessen die Hungernden der Welt, und wieso zahlt nicht die Kirche, und warum haben Milliardäre überhaupt Geld?“

  1. Die Hungernden der Welt haben auch schon vor dem Brand von Notre Dame gehungert und dagegen wird Einiges getan. Es gibt Entwicklungshilfe, es gibt private Institutionen, es gibt Patentschaften. Nein, es ist nicht
    genug, aber das was für Notre Dame, jetzt vorgesehen ist, würde, auch wenn es viel klingt, keinen grossen Unterschied auf Dauer machen. Das klappt nur mit Strukturänderung in diesen Ländern und Bekämpfung der Korruption vor Ort.
  2. Warum zahlt die Kirche nicht? Seit 1905 in Frankreich die Säkularisierung, als Folge des Dreyfus Skandals durchgesetzt wurde, gehören die Gebäude dem französischen Staat und nicht der Kirche. Franzosen zahlen keine Kirchensteuer, Kirche und Staat sind getrennt.
  3. Die meisten Milliardäre haben Firmen oder Beteiligungen an Firmen und Konsortien und stellen somit Arbeitsplätze zur Verfügung. Kein Mensch wird Milliardär nur durch Arbeit seiner eigenen Person. Ach ja, und die zahlen auch Steuern. Klar, sind das auch Gauner. Aber wenn diese Gauner spenden ist das genauso ihre Sache als ob von uns einer sich ein Handy kauft statt das Geld zu spenden. Ach ja, und wenn keiner gespendet hätte, ginge das von den
    Steuereinnahmen aller Franzosen ab. Zu Lasten einiger Sachen, die dann eben hinten anstehen müssten (Soziales, Straßenbau, Schulen etc.)

Dazu kommt, mal als Denkanstoß für die Dauerbetroffenen, die Tatsache, dass 2018
1,67 Billionen Dollar nur für Rüstung ausgegeben wurden weltweit. Wir belegen mit 45,6 Milliarden Dollar Rang 9. Jeder Deutsche bezahlt also im Jahr aus seinen Steuergeldern über 550 US Dollar für Rüstung. Das sind 489,04 Euro. Das ist mehr als der monatliche Regelbedarf bei Hartz4 (424 Euro). Ist sogar mehr, weil ich von der reinen Pro-Kopf-Zahl Deutschlands ausgegangen bin.

Vielleicht sollte man das auch mal bedenken.

Kurzum Ich habe die Nase voll, wenn in Deutschland sich Leute aufregen, dass Franzosen eine Kirche wieder aufbauen, an der ihnen was liegt, und sich als moralische Instanz betrachten. Wenn von 80.Mio Deutschen jeder einen Euro gäbe, dann wäre es eine ordentliche Summe, die man spenden könnte.

Es gibt reichlich Leute, die helfen, sei es Menschen helfen, sei es Tierschutz oder dem Nachbarn, aber keiner sollte sich versteigen, anderen aufzuoktroyieren, was sie wo mit ihrem Eigentum zu tun haben.